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Im Rahmen einer aktuellen Studie des ifeu Instituts, des Öko-Instituts und des BDE konnten in den untersuchten Bereichen „Wärmepotenzial aus der Abwasserkanalisation“ und „Potenzial der Klärgasnutzung“ erhebliche Treihausgaseinsparpotenziale ermittelt werden.

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Abwasser stellt eine eigene, langfristig sichere Energiequelle dar. In der Schweiz, aber auch in Deutschland gibt es zahlreiche Systeme und Praxisbeispiele, welche die Alltagstauglichkeit der Wärmenutzung aus dem Abwasser beweisen. Der wirtschaftliche Betrieb ist immer dann gegeben, wenn sich geeignete Abnehmer in ausreichender Nähe finden.

Nach konservativen Schätzungen und Berechnungen könnten mittels der Wärmenutzung aus der Abwasserkanalisation je nach eingesetzter Technologie in Deutschland 0,6 bis 1,25 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Dies entspräche den Treibhausgasemissionen von 56.000 bis 111.000 Einwohnern in Deutschland. Um dieses Potenzial zu erschließen, würden etwa 25 Projekte in jeder Großstadt ausreichen. Durch Anlagen zur Kälteerzeugung ließe es sich sogar noch erhöhen.

In der EU 27 könnten insgesamt 2,86 bis 5,07 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten eingespart werden. Dies ist mehr als das Vierfache von Deutschland und vergleichbar mit den Treib­hausgasemissionen, wie sie von 280.000 bis 497.000 EU-Bürgern verursacht werden.

Unterstellt man für die EU 27 ein spezifisches nutzbares Wärmepotenzial im Abwasser wie in Deutschland, läge das Einsparpotenzial zwischen 4,2 und 7,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Höhere Ausbeuten aus der Faulgaserzeugung sind möglich
Da sich die Abwasserwärmenutzung in der Regel als wirtschaftlich darstellt, gilt es diese als eine etablierte Möglichkeit der Wärme- und Kälteerzeugung zu berücksichtigen. Besonders im städtischen Bereich mit hoher Bebauungsdichte könnten mit der Nutzung des Kanalabwassers in der Einzelfallbetrachtung häufig günstiger Treibhausgasemissionen reduziert werden, als dies bei den sonst üblichen effizienten beziehungsweise erneuerbaren Technologien (Solarthermie, Photovoltaik, Blockheizkraftwerk etc.) der Fall wäre.

Die Klärgaserzeugung und -nutzung leistet grundsätzlich einen Beitrag zum Klimaschutz, da aus Abfallstoffen regenerative Energie erzeugt wird. Nach dem derzeitigen Stand für Deutschland werden bereits knapp 80 Prozent des Rohschlamms zur Klärgaserzeugung in Faulbehältern eingesetzt. Die verbleibenden 20 Prozent bislang aerob behandelter Rohschlammmengen könnten wirtschaftlich auf eine anaerobe Behandlung umgestellt werden, insofern es sich um größere Anlagen handelt.

Zur Ermittlung des Klimaschutzpotenzials wurde in der Studie angenommen, dass bis zu 95 Prozent des Rohschlamms anaerob behandelt werden könnten. In welchem Umfang hier auch kleinere Anlagen betroffen sind, für die sich eine Umstellung aus wirtschaftlicher Sicht schwierig darstellt, kann nicht aus der öffentlichen Statistik entnommen werden.



Lesen Sie mehr in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE 03/2010, Seite 16.

Die vollständige Studie können Sie unter www.sekundaer-rohstoffe.com (Leserservice) downloaden.

Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE

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Artikel vom: 05.03.2010 09:59
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