Kassel - Biomasse von unter Naturschutz stehenden Grünflächen zur Energiegewinnung nutzen kann eine Demonstrationsanlage, die heute in Lauterbach im Vogelsbergkreis eingeweiht wird. Sie ist Teil des Forschungs- und Demonstrationsprojekts Prograss, das von der Universität Kassel koordiniert und in drei europäischen Regionen in Deutschland, Wales und Estland durchgeführt wird.
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| PROGRASS |
Das Prinzip: Biomasse wird in einem Silo erhitzt und nach dem Gärungsprozess, der so genannten Wassermaischung, in feste und flüssige Bestandteile getrennt. Der feste Presskuchen kann als Brennstoff, der flüssige Presssaft zur Biogas- und Stromerzeugung genutzt werden. Durch diese Behandlung lässt sich der feste Brennstoff deutlich besser nutzen als unverarbeitetes Brennmaterial wie zum Beispiel Heu. Auch der flüssige Presssaft erzielt eine höhere Biogasausbeute. Bis zu 70 Prozent der in der Masse enthaltenen Energie kann so effizient genutzt werden.
Mit der Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage geht das Projekt jetzt in seine Praxisphase. Die Universität Kassel hat in langjähriger Forschungsarbeit die so genannte IFBB-Technik (Integrierte Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse) entwickelt, die sich besonders für ältere Grünlandaufwüchse eignet. Das Prograss-Verfahren zielt insbesondere auf eine wirtschaftliche und ökologische Nutzung unter Naturschutz stehender Grünlandflächen in Europa. Prograss trägt damit zur nachhaltigen Entwicklung von abgelegenen, wirtschaftlich benachteiligten Regionen bei.
Im weiteren Projektverlauf wird die Anlage in jeder der drei Projektregionen Vogelsbergkreis (Deutschland), Middle Ceredigion (Wales) und Tartu (Estland) in einem ca. zweijährigen Zeitraum zum Einsatz kommen. Danach wird die Anlage auch anderen interessierten Projektregionen zur Verfügung stehen, die planen, das Prograss-Verfahren und die Technologie in ihrer Region einzuführen.
Das Prograss-Forschungsprojekt besteht aus insgesamt acht Teilprojekten, die mit Kooperationspartnern in Deutschland, Wales und Estland durchgeführt werden sollen, um von den Naturschutzaspekten über sozio-ökonomische bis hin zu technischen Fragestellungen den komplexen Prozess wissenschaftlich und praktisch zu erarbeiten. Partner sind die Universität Bonn, die estnische University of Life Science, das Institute of Grassland and Environmental Research in Wales, der Landkreis Vogelsberg, Industrie und Umsetzungspartner aus Deutschland und Österreich sowie das Hessische Umweltministerium. Quelle: Universität Kassel
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Artikel vom: 09.03.2010 10:15
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