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München - Prinzipiell stehen für Klärschlämme drei Wege offen: Bei der stofflichen Verwertung dienen sie als Dünger oder werden als Hilfsstoffe im Landschaftsbau sowie in Zement- und Ziegelwerken eingesetzt. Die energetische Verwertung gewinnt aus dem Abfallstoff Wärme und Strom. Eine dritte Variante ist die Deponierung.

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IFAT Entsorga 2010
Im Jahr 2008 wurden in Deutschland rund 2,1 Millionen Tonnen Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen entsorgt. Knapp 53 Prozent davon landeten in Verbrennungsanlagen, etwa 29 Prozent fanden als Dünger den Weg in die Landwirtschaft und gut 16 Prozent wurden kompostiert oder dienten dem Landschaftsbau sowie der Rekultivierung von Bergbauhalden und industriellen Altstandorten. Die Deponierung von Klärschlamm ist in Deutschland nur noch mit Sondergenehmigungen zulässig, der Deponierungsanteil betrug demnach im Jahr 2008 lediglich 0,1 Prozent.

In der Schweiz ist seit Herbst 2008 die landwirtschaftliche Düngung mit Klärschlamm verboten. Seither geht der Stoffstrom fast ausschließlich in die Verbrennung.

Dänemark plant, aus der "bodenbezogenen Klärschlammverwertung" sukzessive auszusteigen. Nach Einschätzung von Experten des Trend- und Marktforschungsinstituts trend:research bieten sich dort den Herstellern von Monoverbrennungsanlagen in Zukunft gute Marktchancen.

In den ost- und südeuropäischen Staaten wird in den nächsten Jahren das Aufkommen an kommunalem Klärschlamm durch den zunehmenden Anschluss an effektive Kläranlagen stark ansteigen. Nach den Erhebungen der trend:research-Studie lag im Jahr 2008 der Anteil der energetischen Verwertung in Osteuropa durchschnittlich noch unter einem Prozent. Speziell in Polen könnte mit der voranschreitenden Anpassung an das EU-Recht die Mitverbrennung in Müllverbrennungsanlagen (MVA) steigen. Allerdings verzögere sich dort der Bau von neuen MVA durch bürokratische Hemmnisse und Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung.

Die Behandlung von Klärschlamm in all ihren Facetten wird traditionsgemäß auch ein wichtiges Thema auf der internationalen Umweltmesse IFAT Entsorga sein. Vom 13. bis 17. September 2010 können auf dem Münchener Messegelände die auf dem Markt angebotenen Komponenten, Systeme und Anlagen rund um den bedeutenden Abfallstoff gesichtet und verglichen werden - egal ob es sich um die Eindickung, die Entwässerung und Trocknung, die Verbrennung und Vergasung oder neue stoffliche Verwertungswege handelt.

Auch im Rahmenprogramm der Messe findet sich das Thema "Klärschlamm" wieder: Beim 15. Internationalen Symposium Wasser, Abwasser, Abfall, Energie wird am Nachmittag des 14. September 2010 das "Klärschlammmanagement" in Vorträgen und Diskussionen intensiv beleuchtet.

Quelle: IFAT Entsorga 2010

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Artikel vom: 15.04.2010 12:17
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