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Bonn - Die Rezession hatte auch die deutschen Altpapier-Entsorgungsunternehmen in 2009 mit voller Wucht erreicht. Das erklärte der bvse-Fachverband Papierrecycling im Vorfeld des 13. Internationalen Altpapiertages in Düsseldorf. Die wirtschaftlichen Probleme im Jahreszeitraum 2009 spiegeln sich auch in der Statistik wieder. So verbrauchte die deutsche Papierindustrie per Saldo 14.797 Mio. Tonnen Altpapier; das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent bzw. 696.000 Tonnen. Der Verbrauch von Zellstoff erreichte 4.313 Mio. Tonnen und damit 513.000 Tonnen (-10,6 Prozent) weniger als in 2008.

Altpapier-Tonne
Foto: ©Matthias Stöbener/PIXELIO
Die Gesamtproduktion Papier, Karton und Pappe belief sich in 2009 auf 20.956 Mio. Tonnen. Im Vergleich zu 2008 ist dies ein Minus von 8,2 Prozent bzw. 1.872 Mio. Tonnen. Dieser Rückgang betraf insbesondere die Produktion Grafischer Papiere (minus 1.382 Mio. Tonnen) sowie - vergleichsweise weit weniger - Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke (minus 264.000 Tonnen). Da die Gesamtproduktion von Papier, Pappe und Karton vergleichsweise stärker sank als die Menge des dafür eingesetzten Altpapiers, stieg die Altpapiereinsatzquote um 2 Prozentpunkte auf den neuen Rekordwert von 70 Prozent.

Nach den Worten von bvse-Vizepräsident Hubert Neuhaus mussten die durch Bestandsabwertungen zum Jahreswechsel 2008/2009 erlittenen herben Verluste verkraftet werden. In Deutschland ansässige Papierfabriken arbeiteten zudem im ersten Halbjahr 2009 auf mengenbezogen niedrigem Niveau und die Auftragslage war schlecht. Von Januar bis April wurden 10,6 Prozent weniger Altpapier in der Papierindustrie verbraucht als im Vergleichszeitraum 2008. Wenig Werbung in den Zeitungen und der Rückgang von Presseerzeugnissen trugen mit bei zu Maschinenstillständen bei der Produktion von Zeitungsdruck und LWC, vor allem aber auch bei den Produzenten von Verpackungspapieren.

Annähernd befriedigende Altpapierorder wurden im letzten Jahr ausschließlich aus Asien verzeichnet. Sie trugen mit dazu bei, dass es zu keinen größeren Altpapier-Lagerbeständen bei den Altpapier-Unternehmen kam.

Die Folge der schlechten Beschäftigung traf die Altpapierentsorger auch von der anderen Seite: Mit zyklischer Verzögerung ging die erfassbare Altpapiermenge seit Februar deutlich zurück. Das produzierende Gewerbe erzeugte weniger Abfälle, die Abstände zwischen den Containerleerungen wurden grösser. Im haushaltsnahen Erfassungsbereich gingen die Altpapiermengen um bis zu 30 Prozent zurück.

„Im Segment der haushaltsnahen Altpapiersammlung haben unsere Unternehmen Kurs gehalten und sich trotz schwierigster Umstände eben nicht aus der Sammlung zurückgezogen“, betonte Hubert Neuhaus, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Papierrecycling. Im Gegensatz dazu kamen zahlreiche Meldungen aus allen Regionen Deutschlands, dass die Kommunen entweder Gebühren für die Altpapiersammlung einführen oder Gebührenerhöhungen ankündigen. Für Hubert Neuhaus ist daher entscheidend darum zu kämpfen, dass bei der in diesem Jahr anstehenden Novellierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes „unseren Unternehmen keine Handlungsoptionen und Marktchancen“ genommen werden.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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Artikel vom: 29.04.2010 09:28
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