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Nach Erkenntnis führender Branchenverbände geht dem Recyclingkreislauf immer mehr Altholz verloren. Um die vielen neu entstandenen Anlagen zur energetischen Verwertung von Biomasse auszulasten, seien sogar „Brandrodungen“ in den Wäldern zu befürchten.

Foto: Marc Weigert
Ob ausrangierte Möbelstücke, alte Türen, Holzverpackungen oder Bauholz; wurden in Deutschland vor der Wirtschaftskrise noch jährlich rund acht Millionen Tonnen Altholz stofflich wiederverwertet, sind inzwischen die Rückgabemengen um bis zu 25 Prozent drastisch eingebrochen. Durch ein Überangebot an Behandlungskapazitäten bei ther­mischen Anlagen ist der Altholzmarkt enorm unter Druck geraten. Der Wettbewerb stellt den höheren Aufwand für die Holzaufbereitung zunehmend in Frage. Die Branche der Altholzrecycler und die von ihr abhängigen Industrien, welche auf vielfältige Weise zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen, sehen sich in ihrer Existenz gefährdet.

Das war nicht nur das Fazit des 1. Altholztages 2010, zu dem der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung und der Bundesverband der Altholzaufbereitung und -verwertung (BAV) am 16. und 17. März nach Köln eingeladen hatten. Auch der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) schlägt in einer aktuellen Stellungnahme zur gegenwärtigen Entwicklung des Holzmarktes Alarm: „Immer neue Biomassekraftwerke drängen ans Netz, doch das benötigte Holz ist derart knapp geworden, dass dem Deutschen Wald Brandrodungen drohen.“ Die Energieversorgung durch Biomasse, so der VHI weiter, müsse überdacht werden. Bereits in zehn Jahren könnte sich eine Deckungslücke von rund 30 Millionen Kubikmetern auftun. Europaweit könnten es sogar 430 Millionen sein.

Der Kampf ums Holz
Der VHI fordert die Bundesregierung und die großen Energiekonzerne zur Kehrtwende auf. Es gelte, die Weichenstellung in Richtung Holzenergie kritisch zu prüfen und alles zu unterlassen, was die energetische Nutzung von frischem Holz – also das Abholzen und sofortige Verbrennen – fördere und die bevorstehende Rohstoffkrise zusätzlich anheize. Neue Betreiber sollten die eigene Versorgung mit Brennstoff durch das Anlegen von speziellen Energieholzplantagen sicherstellen. „Die verschiedenen deutschen Industrien, die auf den Rohstoff angewiesen sind, müssten sich sonst im wahrsten Sinne kannibalisieren“, mahnt der VHI.


Lesen Sie mehr in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE 05/2010, Seite 2-4.

Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE

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Artikel vom: 29.04.2010 13:39
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