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Bonn - Die Entwicklung des Altpapiermarktes stellt sich deutlich positiver dar als im vergangenen Jahr. Nach ruhigem Beginn des Jahres 2010 im Altpapiersegment entwickelte sich die Nachfrage nach Altpapier lebhaft. Das erklärte Hubert Neuhaus, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachverbandes Papierrecycling am Rande des 13. Internationalen Altpapiertages seines Verbandes in Düsseldorf.

Altpapier-Tonne
Foto: ©Günther Richter/PIXELIO
Diese Nachfrage wird gestützt durch verschiedene Sonderfaktoren: Innereuropäisch und auch in Asien werden neue zusätzliche Produktionskapazitäten der Papierindustrie fühlbar, die Altpapier als Rohstoff einsetzen. Da Altpapierlagerbestände bei den Lieferanten durch das konjunktur- und winterbedingt niedrige Aufkommen nicht vorhanden waren, führt die gestiegene Nachfrage regelrecht zur "just-in-time-Versorgung". Nach den Worten von Hubert Neuhaus kann der Altpapierbedarf zurzeit nur mit "großen Anstrengungen" der Altpapierentsorgungswirtschaft gedeckt werden.

Auch die Preisfindung für Altpapier ist in Bewegung. Der im Lauf von Herbst 2009 und Winter 2009/10 aus tiefstem Preistal heraus verzeichnete Anstieg der Vergütungen, führte bis in den Januar gerade mal auf das Vorkrisenniveau vom Herbst 2008. Hubert Neuhaus: "Ein Anstieg, der sinnvoll und notwendig war. Die aktuell erhöhte Nachfrage mündet darin, dass eine kleine - oft auch nur gefühlte - Unterdeckung in der Altpapierversorgung ausreichen kann, um übersteigerte Nervosität entstehen zu lassen." Von regelrechten Verdrängungsgeboten einiger Abnehmer wird dem bvse zudem berichtet. Dies betreffe letztlich aber nur ein vergleichsweise kleines Altpapier-Mengenvolumen, quasi das Zünglein an der Waage.

Der Fachverband Papierrecycling im bvse sieht mit großer Sorge, dass solche Spotmengen-Phänomene, die am Mittelstand in der Regel vorbei gehen, die Preismeldung für eine Altpapiersorte im Ganzen explosionsartig nach oben treiben können. Dies könne dann massive Probleme nach sich ziehen, wenn solch hohe Notierungen Eingang finden in Verträge und Ausschreibungen mit Preisanpassungsregelungen, warnte Neuhaus.

Der bvse-Vizepräsident weist darauf hin, dass die Altpapierwirtschaft nicht unbedingt von hohen Preisen profitiere. Im Gegenteil: Auf Seiten der Anfallstellen können Begehrlichkeiten entstehen, die fehl am Platz seien. Entscheidend sei, dass eine Marge erwirtschaftet werden könne, die für den Altpapierentsorger auskömmlich ist.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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Artikel vom: 30.04.2010 09:38
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