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Berlin - Der Marktanteil umweltfreundlicher Getränkeverpackungen ist trotz Dosenpfand dramatisch zurück gegangen. Statt der gesetzlich angestrebten Quote von 80 Prozent werden nur noch 50 Prozent erreicht. Bei den alkoholfreien Getränken sind nurmehr 30 Prozent zu verzeichnen. Das Pfand allein kann diesen Trend offensichtlich nicht aufhalten.

Dosen
Foto: Kroll/Recyclingportal
Der NABU hat schon im vergangenen Jahr eine Steuer auf Getränkeverpackungen vorgeschlagen. Sie gewinnt nun auch mit Blick auf die bundesdeutsche Haushaltslage immer mehr an Bedeutung. Eine nach einfachen Umweltkriterien gestaffelte Steuer auf Getränkeverpackungen kann nicht mehr nur die Mehrwegquoten retten, sondern auch dazu beitragen, den Bundeshaushalt zu konsolidieren. Umwelt- und Haushaltspolitiker aller Fraktionen sollten diesen Vorschlag für mehr Nachhaltigkeit ernsthaft in Erwägung ziehen, fordert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die von Materialart und -menge abhängige Steuer brächte beim derzeitigen Boom der Einwegflaschen jährlich 3,3 Milliarden Euro ein. Die Umweltabgabe bevorteile umweltfreundliche Flaschen und Behälter. Jährlich könnten so bis zu 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid und 400.000 Tonnen Plastikmüll vermieden werden.

Die oft bezweifelte Lenkungswirkung umweltorientierter Abgaben sei vielfach bewiesen, wie die jüngsten Analysen zur Ökosteuer gezeigt haben. Auch die staatliche Verteuerung sogenannter Alkopop-Getränke habe ihre gewollte Wirkung erfüllt, erläuterte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt. Die Getränkeverpackungs-Steuer sei ein eindeutiges Preissignal für Abfüller und Verbraucher. Sie belohnt den ökologischen Konsum, stärkt die Abfallvermeidung und erteilt dem Profitstreben von Herstellern und Discount-Händlern auf Kosten der Umwelt eine Absage, glaubt Bongardt.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)

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Artikel vom: 15.06.2010 06:16
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