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Berlin - Seit einigen Jahren hat sich der Abwärtstrend von Mehrwegflaschen und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen (MövE) fortgesetzt. Laut der im Mai vorgestellten Studie des Bifa Umweltinstituts, die im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellt wurde, lag der MövE-Anteil für das Jahr 2008 nur noch bei 51,8 Prozent und damit fast 3 Prozent niedriger als 2007. Inzwischen dürfte er bei weniger als der Hälfte sein. Hinzu kommt, dass unbepfandete Getränke wie Fruchtsäfte in der amtlichen Statistik nicht erfasst werden. Hier verlor alleine der ökologisch vorteilhafte Getränkekarton in den letzten vier Jahren 25 Prozent an die Plastikflasche.

Leergut
Foto: ©Hartmut910/PIXELIO
Damit haben sich die Autoren der Studie offensichtlich abgefunden. Bei der Vorstellung des Abschlussberichtes in Dessau am 3. Mai wies Bifa-Projektleiter Bernhard Gerstmayr ausführlich auf andere positive ökologische und ökonomische Effekte hin: Die Pfandpflicht führe zu weniger Müll auf den Straßen, ermögliche eine sortenreine Erfassung und eine höhere Recyclingquote. Im Vergleich zu alternativen Steuerungs-Instrumenten, insbesondere den handelbaren Zertifikaten, schneide das Pfand „vergleichsweise gut ab“. Von der zusätzlichen Erhebung einer Lenkungsabgabe auf Einwegverpackungen, wie sie u.a. von der Mehrweg-Allianz gefordert wird, rät das Bifa Umweltinstitut ab.

Einzig das vom Naturschutzbund (NABU) favorisierte Ressourcensteuermodell des Ökoinstituts fand Gnade bei den Gutachtern: Ihm wird ein hohes Lenkungspotential bescheinigt. Allerdings müsse mit erheblichen Detailproblemen gerechnet werden. Für ein endgültiges Urteil sei es noch zu früh. Man sollte die Erfahrungen mit der neuen niederländischen Verpackungssteuer erst einmal abwarten. Zunächst gelte es, die Pfandpflicht in geeigneter Weise zu stärken. Empfohlen wird eine Kennzeichnung in Einweg und Mehrweg.

Selbst Gerstmayer glaubt nicht daran, dass mit diesen Maßnahmen das politische Ziel einer MövE-Quote von 80 Prozent erreichbar ist.

Michael Brandl, Geschäftsführer des Fachverbanded Kartonverpackungen (FKN), erwartet eher eine Beschleunigung des Abwärtstrends. „Die fehlende Lenkungswirkung ist doch eindeutig belegt. Die Vermutung, dass ohne Pfand alles noch viel schlimmer gekommen wäre, ist rein hypothetisch. In der Studie selbst finden sich genügend Hinweise, die den Schluss nahelegen, dass eine Ausweitung des Pfandes der Plastikflasche weitere Kostenvorteile verschaffen würde“. Brandl verweist in diesem Zusammenhang auf den Abschlussbericht, in dem von „... fallweise gewissen Kostenvorteilen für Einweg über die Summe aus Pfandschlupf-Erträgen, eingesparten Lizenzentgelten für die dualen Systeme und Sekundärstofferlösen“ die Rede ist. An anderer Stelle heißt es, dass die Herausnahme weiterer Verpackungen aus der DSD-Sammlung zu höheren Lizenzentgelten für die dort verbleibenden Verpackungen führen wird und das DPG-System mit „Synergievorteilen“ rechnen könne. „Das ist wohl nicht das Ziel des Pfandes“, meint Brandl. Der FKN appelliert an die Politik, sich für wirkungsvollere Lenkungsinstrumente zur Förderung von MövE-Verpackungen einzusetzen.

Quelle: Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN)

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Artikel vom: 21.06.2010 12:58
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