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Berlin - Unter der Leitung des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, fand vorgestern in Berlin der zweite Rohstoffdialog statt. Hieran nahmen hochrangige Vertreter von Verbänden, Unternehmen und Gewerkschaften teil. Neben dem Bundeswirtschaftsministerium waren auch das Auswärtige Amt (AA) und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vertreten.

Rainer Brüderle
Foto: © BMWi/Ossenbrink
Bundeswirtschaftsminister Brüderle: "Wir brauchen Rohstoffe, damit wir in Deutschland aus Spitzenideen auch zukünftig Spitzenprodukte machen. Nur so bleiben Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land. Nehmen Sie zum Beispiel die Elektromobilität, wo Lithium ein wichtiger Rohstoff für die Akkus ist. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass eine sichere und gut kalkulierbare Rohstoffversorgung zu einer immer größeren Herausforderung wird. Dies verdeutlichen zum Beispiel die Preissprünge beim Eisenerz. Daher ist es richtig, dass wir uns gut einen Monat nach dem ersten Rohstoffdialog schon zum zweiten Mal treffen. Damit machen wir nicht nur deutlich, wie ernst uns das Thema ist. Vor allem bekommen wir so wertvollen Input für die neue Rohstoffstrategie, die ich im Herbst vorlegen werde."

Als Ergebnisse des heutigen Rohstoffdialogs waren unter anderem:

* Neue Rohstoffpartnerschaften: BMWi, AA und BMZ werden sich gemeinsam für neue bilaterale Rohstoffpartnerschaften mit Entwicklungsländern einsetzen. Brüderle: "Ziel muss eine Win-Win-Situation sein."

* Deutsche Rohstoffagentur: Die konzeptionellen Überlegungen für eine deutsche Rohstoffagentur bei der Bundesanstalt für Rohstoffe und Geowissenschaften stießen auf große Zustimmung. Vorgesehen sind fünf Module: die Einrichtung eines Rohstoffinformationssystems, ein gezielter Service für die deutsche Wirtschaft, fachliche Unterstützung von Rohstoffförderprogrammen des Bundes, gemeinsame Projekte mit der Industrie bei Forschung und Entwicklung, einer stärkere Kooperation mit Rohstoffländern.

* Finanzmärkte und Rohstoffhandel: Um die zuletzt verstärkt zu beobachtenden Preisvolatilitäten besser absichern zu können, sollen Industrie und Finanzunternehmen gemeinsam hierzu die notwendigen Absicherungsinstrumente weiterentwickeln. Eine staatliche Investitions- und Rohstoffhandelsgesellschaft lehnt Bundeswirtschaftsminister Brüderle allerdings ab.

* Einheimische Rohstoffe und Recycling können zur sicheren Rohstoffversorgung mit beitragen. Brüderle: "Daher muss die Nutzung heimischer Rohstofflagerstätten unter gleichrangiger Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Belange auch zukünftig möglich sein. Ich begrüße deshalb auch die Absicht der EU-Kommission, die Anwendungspraxis der Umwelt- und Naturschutzregeln zu prüfen. Auch die Rahmenbedingungen für das Recycling müssen weiter verbessert und Sekundärrohstoffe als heimische Rohstoffe stärker genutzt werden."

* Außenhandel: Im Bereich des Außenhandels hat der Rohstoffdialog verschiedene Maßnahmen identifiziert, um die Rohstoffversorgung zusätzlich abzusichern. BMWi und BDI werden konkrete Möglichkeiten zur Fortentwicklung des Garantieinstrumentes der Ungebundenen Finanzkredite (UFK) und Fragen der Exportkreditversicherung erörtern, um den Einsatz dieser Instrumente im Rohstoffsektor noch effizienter zu gestalten. Die Auslandshandelskammern und Germany Trade and Invest (GTAI) sollen sich künftig noch stärker als bisher Rohstofffragen widmen, insbesondere Beratung, Marktbeobachtung und -information.

Minister Brüderle: "Uns allen ist klar, dass wir zu einer erfolgreichen neuen Rohstoffstrategie nur kommen, wenn alle an einem Strang ziehen - Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften und die verschiedenen Ministerien. Gerade im massiv anziehenden globalen Wettbewerb um Rohstoffe müssen wir die deutsche und europäische Rohstoffpolitik klug verzahnen."

Quelle: BMWi

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Artikel vom: 23.06.2010 07:39
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