Gießen - Die Beobachtung, dass immer mehr frisches Holz aus dem Wald direkt zum Verbrennen in die Öfen wandert, versetzt den größten Teil der deutschen Bevölkerung in Besorgnis. Die Deutschen machen sich Gedanken um die Zukunft des Waldes und legen Wert auf eine möglichst effektive Nutzung ihres wichtigsten heimischen Rohstoffes. Dies ist das Ergebnis einer deutschland-weiten repräsentativen Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) von Ende Mai 2010.
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| Grafik: VHI |
Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hat sich die Nutzung von Holz zur Energiegewinnung mehr als verdoppelt auf rund 55 Mio. Kubikmeter. Nicht zuletzt aufgrund einer starken staatlichen Subventionierung speist es immer mehr Biomasse-(Heiz)Kraftwerke und hat in Form von Pellets, Briketts und Scheitholz wieder Eingang in die privaten Haushalte gefunden. Angesichts dieser steigenden Energieholz-Nachfrage machen sich 59 Prozent der Bundesbürger inzwischen Sorgen um den deutschen Wald.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sie einer Bewirtschaftung des Waldes grundsätzlich kritisch gegenüberstehen. Ganz im Gegenteil: 97 Prozent derjenigen, die um die Zukunft des deutschen Waldes besorgt sind, halten Holz für einen wichtigen Rohstoff, weil er Arbeitsplätze im Holzsektor (Industrie, Handel, Handwerk) schafft und erhält. In ländlichen Regionen, in denen die Forst- und Holzwirtschaft ein bestimmendes Strukturmerkmal ist, sind es sogar 100 Prozent.
Holz besser zum Bauen und Einrichten nutzen
Aus der Studie geht weiter hervor, dass die Deutschen großen Wert auf eine intelligente und verantwortungsvolle Nutzung von Holz legen. Vier von fünf Befragten (79 Prozent) sind der Meinung, dass Bäume zunächst stofflich – beispielsweise zur Herstellung von Baustoffen und Möbeln – verwendet werden sollten, bevor sie als Brennstoff eingesetzt werden.
Preissteigerung wird Holzenergie-Boom beenden
Nach den Gesetzen des Marktes wird eine Verknappung von Holz in den nächsten Jahren zu einer deutlichen Preissteigerung auch bei den Holzbrennstoffen führen. Das wäre für die meisten Deutschen ein K.O.-Kriterium: Drei von vier Befragten (73 Prozent) würden vom Heizen mit Holz zukünftig Abstand nehmen, wenn die Kosten dafür 25 bis 35 Prozent höher lägen als heute. Dieses realistische Szenario, bei dem auch das Zurückfahren der Förderprogramme eine Rolle spielt, zeigt die Grenzen der energetischen Holzverwendung in privaten Haushalten auf.
Über 1.000 Personen befragt
Die GfK-Mitarbeiter haben 1.031 Personen zwischen dem 21. und 31. Mai 2010 zu ausgewählten Fragen des Holzkonsums interviewt. Die Studie gab der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) in Auftrag, der seit März 2010 mit der Initiative „Holz verantwortungsvoll nutzen“ auf die Verknappung des Rohstoffes Holz in Deutschland aufmerksam macht.
Als Teil des Clusters Holz, der in Deutschland mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze stellt und 168 Mrd. Euro im Jahr 2008 umsetzte, vertritt der VHI als Industrieverband die fachlichen, wirtschaftlichen und technischen Interessen der Hersteller von Span-, MDF- und OSB-Platten, Holz-Polymer-Werkstoffen sowie von Sperrholz und Innentüren auf nationaler und internationaler Ebene. Deutschland ist der bedeutendste Holzwerkstoffproduzent in Europa. Quelle: Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie / Kienbaum Communications GmbH
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Artikel vom: 24.06.2010 12:02
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