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Hamburg – "Produkte müssen so produziert werden, dass deren Bestandteile in biologischen und/ oder technischen Kreisläufen zirkulieren können", sagt Professor Michael Braungart. Der Chemiker gilt als Erfinder des Cradle to Cradle®-Prinzips (von der Wiege bis zur Wiege). Schon bei der Herstellung sollte die Industrie darauf achten, dass die Produkte 'kreislauffähig' sind. "Cradle to Cradle® bietet sich für Textilien und Schuhe besonders an, da Mode meist eine sehr kurze Lebensdauer hat", so Braungart.

Kleiderbuegel
Foto: ©Gabriele Schoenemann/PIXELIO
"Neben verschiedenen Recyclingmöglichkeiten besteht die Option, Kleidung direkt so zu produzieren, dass sie biologisch abbaubar ist", erklärt Braungart. Er selbst entwickelte bereits im Jahr 2006 gemeinsam mit der Firma Trigema ein kompostierbares T-Shirt. Auch das Unternehmen Triumph brachte vor drei Jahren ein biologisch abbaubares Kleidungsstück auf den Markt – der Abbau dieses BHs dauert nur etwas länger als ein Jahr.

"Der Idealfall sieht so aus, dass alle Materialien unendlich oft genutzt werden können, was zugleich den Menschen und die Umwelt schützt. Insbesondere bei der Kleidung gibt es viele Möglichkeiten, bei dessen Produktion auf künstlich hergestellte Schadstoffe zu verzichten", so Braungart weiter. Die Hälfte aller weltweit existierenden Kleidungsstücke besteht aus synthetischen Fasern. Oft werden sie aus gebrauchten PET-Flaschen hergestellt – haben sie als Kleidung ausgedient, endet ihr Weg meist als Brennmaterial.

Was der Umwelt besonders schadet: Bisher wird ausgediente Kleidung häufig über den Hausmüll entsorgt. Jährlich landen deutschlandweit rund 400.000 Tonnen Alttextilien und Schuhe im Abfall. "Das ist völlig unnötig – schließlich existieren bereits tolle Recycling-Ideen, die die Abgabe ausgedienter Kleidung sogar belohnen", sagt Braungart und meint damit die Initiative I:CO.

I:CO ("I collect" = "Ich sammle") nimmt Textilien und Schuhe europaweit an rund 2.000 Sammelstellen entgegen. "I:CO beschreitet den Weg zu Cradle to Cradle®. Kunden erhalten für die Abgabe der Textilien Einkaufsgutscheine und I:CO recycelt die Ware so, dass sie einem neuen Kreislauf zugeführt werden kann – ein Konzept, von dem alle profitieren", so Braungart weiter. "Mit I:CO haben wir eine wirtschaftlich denkende Instanz auf dem Markt, die den wichtigsten Punkt für eine nachhaltige Verbesserung unserer Umwelt besetzt – ich kann jedem Verbraucher nur empfehlen: Nutzen Sie diese Instanz und lassen Sie uns gemeinsam den Weg zu Cradle to Cradle® begehen."

Quelle: EPEA Internationale Umweltforschung GmbH

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Artikel vom: 25.06.2010 09:15
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