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Wiesbaden - „Nach den Ergebnissen von Kopenhagen stehen wir an einem Scheideweg.“ Mit diesen Worten brachte Rüdiger Schweer die aktuelle klimapolitische Lage auf den Punkt. Der Referatsleiter für Klimaschutz und Klimawandel des Hessischen Umweltministeriums eröffnete vor einer Woche in Frankfurt am Main eine Infoveranstaltung über die Möglichkeiten eines weltweiten Emissionshandelssystems. Mehr als 70 Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Politik nahmen an der Veranstaltung teil.

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Hessen Agentur
Auf der Tagung der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen in der HA Hessen Agentur GmbH wurde deutlich, dass die Welt weiterhin vor einem drastischen Klimaproblem steht: Zum einen haben sich die OECD-Staaten ambitionierte Ziele im Umgang mit ihren Emissionen gesetzt. Zum anderen ist das Wachstum der CO2-Emissionen im weltweiten Durchschnitt seit 1990 sogar um das Dreifache gestiegen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, kann der Handel mit Emissionen neue Perspektiven bieten. Dr. Friedemann Müller von der Stiftung Wissenschaft und Politik ging sogar noch weiter und sagte: „Ein globales Emissionshandelssystem ist die einzige Möglichkeit, dem Klimawandel wirksam zu begegnen.“

Die Entwicklung und Verlinkung der nationalen Emissionshandelssysteme erweist sich jedoch als Kraftakt. Noch weichen die Handelsmechanismen der einzelnen Systeme – sofern es überhaupt einen verpflichtenden Emissionshandel gibt – stark voneinander ab, wie Wolfgang Sterk (Wuppertal Institut) und Andreas Türk (Joanneum Research, Graz) herausstellten. Die Abhängigkeit von nationalen politischen Strukturen ist ebenso problematisch wie die Angst, bei einem länderübergreifenden Linking die Kontrolle über die Preisentwicklung zu verlieren.

Trotz dieser Schwierigkeiten betonte Referent und Moderator Dr. Andreas Löschel vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW): „Die Vorteile des Linkings können langfristig nicht ignoriert werden.“ Das Europäische Emissionshandelssystem übt hierbei eine Vorreiterrolle aus. Nach Professor Alexander Roßnagel von der Universität Kassel orientiert sich die japanische Regierung auf dem Weg zu einem verpflichtenden Emissionshandel schon heute stark am europäischen System. Auch wenn die großen Energiedienstleister Japans noch zurückhaltend sind, öffnen sich immer mehr Sektoren für den Emissionshandel.

Neben Europa besitzen die USA eine wesentliche Handlungsmacht. Staaten wie Kanada und Mexiko werden sich aller Voraussicht nach erst dann für einen internationalen Emissionshandel engagieren, wenn sich in den USA ein verbindliches System durchgesetzt hat. „Ein möglicher globaler Markt steht und fällt mit den USA“, resümiert Andreas Türk.

Speziell mit den USA befasst sich die Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen in ihrer nächsten Veranstaltung, die am 19. August 2010 in der Frankfurt School of Finance, Frankfurt am Main, stattfinden wird. Nähere
Informationen und Anmeldung unter transferstelle-emissionshandel-hessen.de.

Quelle: Hessen Agentur, Transferstelle Internationaler Emissionshandel

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Artikel vom: 30.06.2010 08:11
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