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Washington - Im Rahmen einer Grundsatzrede während des BIO World Congress stellte Steen Riisgaard, CEO des Bioinnovation-Unternehmens Novozymes, gestern einen neuen Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) vor. Er kommt zu dem Schluss, dass die Umwandlung von Biomasse in Kraftstoffe, Energie und Chemikalien über das Potenzial verfügt, bis 2020 mehr als 230 Milliarden US-Dollar zur Weltwirtschaft beizutragen – den Großteil davon in den USA.

Rapsfeld
Fpto: Foto: ©Torsten Rempt/PIXELIO
Der von Professor Sir David King der Oxford University verfasste Bericht mit dem Titel „The Future of Industrial Biorefineries“ („Die Zukunft industrieller Bioraffinerien“) führt weiter aus, dass durch eine vermehrte groß angelegte Bioraffinerieproduktion die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen maßgeblich reduziert werden könnte.

„Wir brauchen einen Energieersatz, der zum gleichen niedrigen Preis wie Öl erhältlich ist, aber nicht diese hohen Umweltkosten mit sich bringt“, sagte Riisgaard. „Langfristig werden Autos, LKWs und sogar Flugzeuge mit nachhaltigen, kohlenstoffarmen aus Biomasse gewonnenen Kraftstoffen betrieben werden. Kunststoffe und Chemikalien werden aus Pflanzen anstatt aus Erdöl hergestellt werden. Folglich werden Bioraffinerien Milliarden von Dollar zur Wirtschaft beitragen und mehr als 800.000 neue Arbeitsplätze schaffen.“

Zwar befindet sich die Bioraffinerie-Industrie noch am Anfang ihrer Entwicklung, jedoch erkennen laut dem WEF-Bericht Regierungen und Unternehmen aus verschiedenen Industriezweigen allmählich das Potenzial der Bioraffination, einen Konjunkturaufschwung zu bewirken. Zum Beispiel gehen Schätzungen bis zum Jahr 2020 davon aus:
* dass sich der Markt für Biokraftstoffe bei einem Gesamtumsatz von USD 95 Milliarden mehr als verdreifachen wird
* dass sich die Nachfrage nach Biomasse zur Erzeugung von Wärme und Energie mehr als verdoppeln wird
* dass Produkte auf biologischer Grundlage Erträge von über USD 15 Milliarden generieren werden
* dass Chemikalien auf biologischer Grundlage wesentlich zunehmen werden und dass ihr Anteil an der Chemikalienproduktion insgesamt auf geschätzte neun Prozent aller Chemikalien ansteigen wird
* dass die Produktion von Biomasse innerhalb des landwirtschaftlichen Betriebes USD 90 Milliarden ausmachen wird und damit über das größte wirtschaftliche Potenzial innerhalb der Wertschöpfungskette verfügt.

Im Laufe der nächsten Jahre werden laut BIO Produkte auf biologischer Basis das Potenzial haben, 10 Prozent der US-Ölimporte zu ersetzen, die CO2-Emissionen maßgeblich zu reduzieren, neue Ertragsströme für US-Landwirte zu schaffen und saubere technische Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten entstehen zu lassen.

Im Rahmen seiner Grundsatzrede hob Riisgaard die USA als weltweiten Vorreiter beim Bau von Bioraffinerien hervor. Gemäß den von der Biotechnology Industry Organization (BIO) gelieferten Daten sorgt die in der Entwicklung befindliche Bioraffinerie-Industrie heute für mehr als 40.000 Arbeitsplätze in den USA. Es wird erwartet, dass die Kommerzialisierung von Biokraftstoffen aus Zellulose in den USA alleine 800.000 neue Arbeitsplätze (190.000 direkte neue grüne Arbeitsplätze und 610.000 indirekte neue Arbeitsplätze) bis 2022 schaffen wird. Die Ausreizung des vollen Potenzials der Bioraffinerie-Industrie könnte weitere Zehntausende Arbeitsplätze in den nächsten fünf Jahren hervorbringen.

„Auch wenn die USA einen Vorsprung aufbauen konnten, hat das Rennen selbst gerade erst begonnen“, sagte Riisgaard. „Der Wettbewerbsvorteil von Amerika kann nicht als selbstverständlich angesehen werden."

Quelle: Business Wire

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Artikel vom: 30.06.2010 09:42
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