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Bonn - Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema "Polen - ein Markt für die deutsche Abfallwirtschaft?" hatte Mitte Juni das Bundesumweltministerium zusammen mit den Partnern der RETech-Anlaufstelle nach Berlin eingeladen.

Elektroschrott
Foto: ©Karl-Heinz Laube/PIXELIO
In der Begrüßungsansprache an die Teilnehmer ging Dr. Helge Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, insbesondere auf die beispielhafte deutsch-polnische Zusammenarbeit ein und die Möglichkeiten, die der polnische Markt zukünftig bietet. Die Umsetzung der Abfallrahmen-Richtlinie, die Polen im Rahmen seiner EU-Mitgliedschaft innerhalb der nächsten Jahre zu erfüllen hat, ist eine große Herausforderung für das Land, weshalb der nationale Abfallwirtschaftsplan bis 2013 für Maßnahmen zur Abfallreduzierung und –entsorgung bereits Investitionen von rund 2,3 Mrd. Euro vorsieht. Daneben stellt die EU für Polen 1,4 Mrd. Euro für abfallwirtschaftliche Vorhaben und Maßnahmen zum Bodenschutz zur Verfügung.

Die Referenten informierten umfassend zu den Chancen und Herausforderungen eines Engagements in der polnischen Abfall- und Recyclingwirtschaft: Prof. Tadeusz Pajak, tätig an der Universität Krakau und Berater des polnischen Umweltministeriums, stellte den abfallwirtschaftlichen Weg Polens dar. Neben einer Potentialanalyse in Bezug auf Abfallmengen und –zusammensetzung sowie Deponierung informierte er ausführlich zu den notwendigen und gewünschten Abfallbehandlungstechnologien für Polen in der nahen Zukunft.

Dr. Karolina Kapsa (Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH Umweltgutachter, Berlin) referierte über den Bau und Betrieb von abfallwirtschaftlichen Anlagen in Polen. Sie informierte detailliert zu Ablauf und Dauer von Genehmigungsverfahren und behördlicher Überwachung.

Dr. Christian Schnell (BSJP Brockhuis Schnell Jurczak Prusak Sp.k., Warschau) stellte Finanzierungsmodelle, Fördermöglichkeiten, Investitionshilfen sowie Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien (unter die auch Energie aus thermischer Verwertung fällt) vor.

Jerzy Szczesny, Referent im Deutschen Bundestag, eröffnete den Teilnehmern das „Who-is-Who der polnischen Abfallwirtschaft“ mit wichtigen Informationen zu Verwaltungsaufbau, abfallwirtschaftlichen Zuständigkeiten sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen.

In Ergänzung zu den umfassenden Marktinformationen stellten am Nachmittag drei Unternehmer ihre praktischen Erfahrungen beim Engagement in Polen vor: Malgorzata Czaikowska (ALBA Management GmbH) referierte zum Bau und Betrieb einer Restmüll-Sortieranlage. Bernhard Reiling (Bernhard Reiling Glas Recycling GmbH & Co) umriss seine Erfahrungen im Bereich Glasrecycling in Polen. Und Michael Ludden (Sutco Recycling Technik GmbH & Co) beschrieb den Weg seines Unternehmens in Polen und gab praktische Tipps für ein Engagement deutscher Maschinen- und Anlagenbauer.

Aufgrund des großen Interesses und der breiten positiven Resonanz prüft die RETech-Initiative nun, ob sie die Organisation einer Delegationsreise übernimmt, die den Unternehmen die Möglichkeit gibt, vor Ort in Polen gezielt Kontakte mit den Entscheidungsträgern zu knüpfen und neue Geschäfte anzubahnen.

Aktuelle Informationen zur Exportinitiative Recycling- und Effizienztechnik und ihren Aktivitäten stehen unter www.retech-germany.de im Internet. Die Broschüre zur Veranstaltung ist zu erhalten bei: Germany Trade and Invest, Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH, Agrippastr. 87-93, 50676 Köln, Email: info@gtai.de.

Quelle: RETech

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Artikel vom: 21.07.2010 09:01
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