Wuppertal - Bereits im Jahr 2007 hatte das Wuppertal Institut die weltweit erste umfassende, integrierte Bewertung der CCS-Technologie im Vergleich mit erneuerbaren Energien erarbeitet. Die Studie "Regenerative Energien (RE) im Vergleich mit CO2-Abtrennung und -Ablagerung (CCS)" - kurz: RECCS - wurde nun umfassend überarbeitet, auf den aktuellen Stand gebracht und um einige relevante Aspekte erweitert.
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| Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie |
Von hoher Bedeutung ist, CCS nicht aus der Einzelperspektive heraus zu betrachten, sondern in eine ganzheitliche Analyse von mehreren Klimaschutzoptionen einzubinden und im Sinne einer Multikriterienanalyse aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Ausgehend von der Analyse des Standes der technischen Entwicklung, der politischen Vorgaben und der bisher veröffentlichten wissenschaftlichen Studien sind es sechs Aspekte, die als Bestimmungsfaktoren für die Einführung von CCS maßgeblich sind:
1. Die großtechnische Verfügbarkeit der Technologiekette ist aufgrund der realen Entwicklungsdynamik möglicherweise erst nach 2025 zu erwarten - ohne schnellere Entwicklungsfortschritte verliert der Einsatz von CCS für Kraftwerke zunehmend die ihm zugeschriebene Brückenfunktion für erneuerbare Energien.
2. Die klimaschutzbedingte Nachfrage nach CCS-Kraftwerken lässt bei einem politisch gewollten, deutlichen Ausbau von erneuerbaren Energien, einer signifikanten Erhöhung der Energieproduktivität und einem stetig steigenden Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung in der deutschen Stromversorgung zunehmend nach.
3. Die resultierenden Stromgestehungskosten fossiler Kraftwerke unter Einschluss von CCS und Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nähern sich an.
4. Eine Zusammenstellung neuer Ökobilanzen für CCS im Kraftwerkssektor zeigt, dass mit der CO2-Abtrennung ein erheblicher Mehrverbrauch endlicher Ressourcen mit allen damit verbundenen Folgen einhergeht.
5. Die Verfügbarkeit langzeit-stabiler Lagerstätten die Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz der CCS-Technologie. Die ermittelte Kapazität würde theoretisch eine Lagerung der gesamten CO2-Emissionen deutscher Punktquellen nur über zwölf Jahre ermöglichen.
6. Das geltende deutsche Recht ist bisher kaum geeignet, um die verschiedenen Verfahrensschritte der CCS-Prozesskette zu erfassen.
In Deutschland geht die Diskussion inzwischen zunehmend in Richtung von Anwendungen von CCS jenseits des Kraftwerksbereichs. Ausgehend von den Ergebnissen der Studie wird daher empfohlen, sich anstatt auf Kraftwerke primär zunächst auf die Anwendung der Technologie zur Verringerung von Prozessemissionen in der Industrie zu konzentrieren, bei denen - anders als im Kraftwerksbereich - alternative Optionen mit hohem Minderungspotenzial fehlen. Darüber hinaus könnte CCS in Verbindung mit Biomassenutzung mittel- bis langfristig bedeutsam sein. Es wird daher empfohlen, die diesbezüglichen Potentiale für Deutschland zu untersuchen.
Forschung, Entwicklung und Demonstration im Kraftwerkssektor blieben weiterhin ein wichtiges Thema, solange sie nicht zu Lasten der Finanzierung für die erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz gehen.
Die vollständige Studie kann unter wupperinst.org heruntergeladen werden. Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
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Artikel vom: 27.07.2010 09:27
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