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Berlin - Nach Ablauf des vorangegangenen Plans (2007 - 2009) wurde jetzt von der französischen Behörde für nukleare Sicherheit die Marschroute für die nächsten drei Jahre festgelegt. Der Plan 2010 - 2012 schließt alle Kategorien radioaktiver Abfälle ein. Die im Zeitraum 2007 - 2009 eingeleiteten Projekte werden fortgeführt und intensiviert.

Kernkraftwerk
Foto: ©korneloni/PIXELIO
Mit der Veröffentlichung des PNGMDR für den Zeitraum 2010 - 2012 beginnt für Frankreich eine neue Etappe in der durch ein hohes Maß an Transparenz gekennzeichneten Behandlung dieses für alle betroffenen Länder schwierigen Problems. Das Dokument wurde in Abstimmung mit den Akteuren der Nuklearwirtschaft einschließlich der gewählten Volksvertreter und Umweltverbänden erarbeitet.

Nach dem Stand von Ende 2007 belief sich in Frankreich das Volumen der radioaktiven Abfälle auf:
• 230.000 m3: kurzlebige (weniger als 31 Jahre) sehr schwachradioaktive Abfälle (Schrott, Plastik, Beton); Standort: Morvilliers / Departement Aube; oberirdische Lagerung .
• 790.000 m3: aus nuklearen Anlagen und medizinischen Einrichtungen stammende, kurzlebige schwach- und mittelradioaktive Abfälle (Werkzeuge, Handschuhe, Kleidungsstücke, Flüssigkeiten); Standort: Soulaines / Departement Aube; oberirdische Lagerung.
• 80.000 m3: langlebige (mehr als 31 Jahre) schwach- und mittelradioaktive Abfälle (u. a. aus der Metallurgie stammendes Radium; Graphit aus KKW der 1. Generation); Lagerung in geringer Tiefe (15 - 200 Meter); Standort(e) müssen noch festgelegt werden; in der Zwischenzeit soll eine Zwischenlagerung an 11 KKW-Standorten stattfinden.
• 40.000 m3: langlebige mittelradioaktive Abfälle (Metallreste abgebrannter Brennelemente); Standort muss noch festgelegt werden.
• 2.300 m3: langlebige hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufbereitung bestrahlter Brennelemente (Cäsium 134 und 137, Strontium 90, Curium, Americium); sie sollen nur 0,2 Prozent der insgesamt angefallenen Abfälle, aber 95 Prozent deren Radioaktivität ausmachen; nach ihrer Verglasung ist ihre rückholbare Lagerung in einer 500 Meter tiefen Formation geplant; der Standort (Bure / Meuse) wird seit 2005 auf seine Eignung untersucht. Die Anlage soll 2025 in Betrieb gehen.

Man geht davon aus, dass für fast 90 Prozent der Abfälle bereits endgültige Lösungen verfügbar sind. Solche auch für die restlichen 10 Prozent zu finden, wird von den verantwortlichen Stellen als die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre bezeichnet; zu ihnen gehören u. a. auch die langlebigen schwachradioaktiven Abfälle und insbesondere das aus dem Betrieb der 1. KKW-Generation herrührende Graphit.

Frankreich ist das erste Land, das über einen PNGMDR verfügt. Es arbeitet auf europäischer Ebene aktiv an dem Entwurf einer Richtlinie mit, die das Ziel hat, jeden EU-Mitgliedstaat zur Ausarbeitung eines PNGMDR zu verpflichten.

Quelle: idw / Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

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Artikel vom: 29.07.2010 08:48
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