Düsseldorf - Mit Betroffenen des PCB-Skandals haben gestern in Dortmund Umweltminister Johannes Remmel und Arbeitsminister Guntram Schneider gesprochen. "Der Fall Envio hat die Dimension für einen der größten Umweltskandale der letzten zehn Jahre. Für die neue Landesregierung steht die Betreuung und Information der betroffenen Arbeiter, Familien, Anwohner und Kleingärtner im Vordergrund", erklärte Minister Remmel.
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| Foto: ©tommyS/PIXELIO |
Die beiden Minister luden zu einem Gespräch mit Vertretern der Envio-Beschäftigten, der Kleingärtner, der Berufsgenossenschaft, der Bürgerinitiative, der Envio-Nachbarunternehmen der Stadt Dortmund, der Bezirksregierung Arnsberg sowie Vertretern des Landesamtes für Umwelt (LANUV) und des Landesinstitutes für Gesundheit (LIGA) geladen. Gemeinsam mit allen Beteiligten wurde ein Maßnahmenkatalog abgestimmt. Dazu gehört ein runder Tisch, der als Forum den Kontakt zu den Behörden halten soll.
Zudem wurde eine Projektgruppe eingerichtet unter gemeinsamer Leitung des Umwelt- und des Arbeitsministeriums. Sie soll die Behördenvorgänge analysieren und die chronologischen Abläufe identifizieren. In der Gruppe intensiv mitarbeiten werden die Bezirksregierung Arnsberg und die Stadt Dortmund. "Bei allem Optimierungspotential sind wir uns im Klaren, dass solche Vorkommnisse nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden können, vor allem, wenn wir es mit krimineller Energie zu tun haben", erläuterte Minister Remmel.
Zusätzlich werden die beiden Ministerien ein externes Gutachten bei einer unabhängigen Institution in Auftrag geben. Dieses Gutachten soll exemplarisch am "Fall Envio" die Behördenstruktur- und Organisation kritisch und objektiv durchleuchten und mögliche Schwachstellen im Zusammenspiel der Behörden aufzeigen.
Arbeitsminister Schneider betonte, dass der PCB-Skandal in Dortmund Anlass sein müsse, die staatliche Aufsicht insgesamt zu stärken. "Ein solcher Skandal wie bei Envio darf nicht wieder vorkommen. Hierfür ist eine gute und starke Kontrolle die wichtigste Voraussetzung", sagte Schneider. Für Minister Remmel ist zudem ein weiterer Punkt wichtig: "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass für die finanziellen Schäden wie etwa Sanierungsmaßnahmen nicht der Steuerzahler, sondern der Verursacher aufkommt. Auch hier werden wir in Absprache mit der Stadt Dortmund und der Bezirksregierung Arnsberg alle nötigen Schritte einleiten", so Remmel. Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz / Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales
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Artikel vom: 29.07.2010 09:28
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