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Düsseldorf - Pauschale Aussagen zugunsten von Mehrwegsystemen sind nur noch für den Fall möglich, dass regionale Biermarken in einem funktionierenden Mehrweg-Poolsystem verkauft werden. Das ist ein Fazit der neuen vergleichenden Ökobilanz für Biergetränkeverpackungen, die das IFEU-Institut unter Beobachtung des Öko-Instituts im Auftrag des europäischen Getränkedosenverbandes BCME durchgeführt hat.

Dose auf der Waage
Foto: ©Beverage Can Makers Europe
Zahlreiche Getränkemarken werden jedoch deutschlandweit verkauft und gelangen über lange Transportwege zum Verbraucher. Hier ist die Getränkedose ökologisch konkurrenzfähig oder je nach Situation sogar die umweltfreundlichere Alternative – auch das verdeutlicht diese Ökobilanz. Ebenso kommt eine Untersuchung des bifa Umweltinstituts im Auftrag des Umweltbundesamtes zum Thema „Bewertung der Verpackungsverordnung – Evaluierung der Pfandpflicht" zu dem Ergebnis: „Während bei Einwegverpackungen die mit Herstellung und Entsorgung verbundenen Umweltauswirkungen tendenziell reduziert wurden, wirkten v.a. Entwicklungen bei den Mehrwegverpackungen eher gegenteilig.“

Die neue IFEU-Studie zeigt, dass es für jede Konsumsituation die optimale Verpackung gibt – je nach Situation kann Einweg unter ökologischen Gesichtspunkten genauso oder sogar besser abschneiden als Mehrweg. Das IFEU-Institut kommt daher zu dem Schluss: „Entscheidungsprozesse der Verbraucher und Umweltorganisationen für die Auswahl aus verschiedenen alternativen Verpackungssystemen sollten generell unter Berücksichtigung der konkreten Produktsituation und Rahmenbedingungen (Distributionsstruktur, Produktcharakteristika) getroffen werden.“

Nicht nur die Getränkedose hat sich verändert

Reflexhaft wird immer noch pauschal von „Mehrweg“ gesprochen, dabei hat man das Bild einer standardisierten Einheitsflasche vor Augen, die geschützt von einem Standardkasten wieder an den Handel zurückgegeben wird. Dabei hat sich gerade hier in den vergangenen 15 Jahren eine Menge geändert. Der Begriff Mehrweg umfasst heute nicht nur den klassischen Kasten, der gekauft und komplett wieder abgegeben wird, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Individualflaschen und -kästen, Sixpack-Gebinden und anderer Mehrwegflaschen, die einzeln verkauft werden. Diese Verpackungen haben einen deutlich anderen Lebenszyklus, der sich in einer geringeren Anzahl von Wiederbefüllungen niederschlägt.

Die Anzahl der Wiederbefüllungen ist jedoch die entscheidende Kenngröße für die Umweltverträglichkeit von Mehrwegverpackungen. Die beiden Situationen – klassisches Poolsystem gegenüber Individualflaschen in verschiedensten Konsumsituation – könnten deshalb aus ökologischer Sicht unterschiedlicher nicht sein. Sie werden aber ungeachtet dessen nach wie vor einheitlich als „Mehrweg“ bezeichnet.

Das besondere Verdienst der neuen IFEU-Ökobilanz ist es, herausgearbeitet zu haben, dass es für die ökologische Beurteilung einer Getränkeverpackung nicht in erster Linie auf die Unterscheidung zwischen „Einweg“ und „Mehrweg“ ankommt, sondern auf die konkrete Konsumsituation.

Weitere Informationen gibt es unter forumgetraenkedose.de.

Quelle: Beverage Can Makers Europe (BMCE) Deutschland

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Artikel vom: 30.07.2010 08:09
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