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Gardelegen – "Wir waren in der Einschätzung der Gefahren und Risiken noch viel zu moderat!" Zu dieser Erkenntnis kam Christfried Lenz, Mitglied der Bürgerinitiative "Kein CO2 Endlager Altmark", durch die Lektüre des CCS-Gesetzentwurfs. Der in Maxdorf bei Salzwedel geplante und betriebsbereite "Forschungsspeicher" kann nach § 37 von Sicherheitsvorkehrungen, wie sie sonst in dem Gesetzentwurf für "Kohlendioxidspeicher" vorgesehen sind, befreit werden.

Bohrlochkarte der Erdgaslagerstätte Altmark
Foto: Bürgerinitiative
Diese Befreiungen können "im Einzelfall auf Antrag" gewährt werden, wenn Zweck der Forschung die "Langzeitsicherheit", die "Vorsorge gegen Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt" oder "die Sicherheit der Injektionsanlagen" ist.

Das würde unter anderem bedeuten:
1. Die Langzeitsicherheit braucht nicht gewährleistet zu sein
2. Gegen Leckage-Risiko und Beeinträchtigung von Mensch und Umwelt braucht keine Vorsorge getroffen werden.
3. Sicherheitsnachweis, Überwachungskonzept, Nachsorgekonzept und Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung brauchen nicht erbracht zu werden.

Alte Bohrlöcher erhöhen Leckage-Risiko

In der Altmark gibt es mehr als 450 alte Bohrlöcher. Die Zahlenangaben reichen bis 600. Die genaue Zahl scheint gar nicht bekannt zu sein. Diese Bohrlöcher stellen nach Ansicht der Bürgerinitiative das Leckagerisiko Nr. 1 dar, die hierzueine Bohrlochkarte veröffentlicht, in der 408 von 600 Bohrlöchern verzeichnet sind. Sie wären die bevorzugten Leckagewege, doch auch ganz normale Brunnen stellen ein hohes Leckagerisiko dar. CO2 führt ab einer Konzentration von acht Prozent in der Luft zum Tod.

Das andere Hauptrisiko sieht die Bürgerinitiative in der Kontaminierung des Grundwassers, indem durch aufsteigendes CO2 Salze, Säuren, Schwermetalle und verschiedenste, noch gar nicht bekannte Stoffe, die sich im CO2-Speicher bilden, in grundwasserführende Schichten gelangen.

Lothar Lehmann, Sprecher der Initiative: "Je mehr man sich mit dem Thema CCS beschäftigt, umso abstruser wird es. Die Pläne für ein CCS-Gesetz sollten endgültig fallengelassen werden. Stattdessen, sollte ein "Energiewende-Gesetz" erstellt werden. Der Sachverständigenrat in Umweltfragen und das Umweltbundesamt haben genaue Szenarien beschrieben, wie wir bis 2050 zu einer 100prozentigen Versorgung mit Erneuerbaren Energien kommen können. Hier liegt die Zukunft, nicht in der Fortsetzung der Kohleverstromung. CCS, als grünes Mäntelchen gedacht, ist löchrig."

Quelle: Bürgerinitiative "Kein CO2 Endlager Altmark" / openPR

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Artikel vom: 03.08.2010 10:29
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