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Hohenheim - Medizintextilien mit integrierten Sensoren, Wundauflagen mit biotherapeutischen Wirkstoffen: Vor allem für die Medizin und die Textilindustrie gewinnen die etwa 300 Wissenschaftler der Hohensteiner Institute täglich wichtige Erkenntnisse und entwickeln Produkte. In ihren Biotechnologie-Laboren ist Infektionsvermeidung ein vorrangiges Thema – gerade, was die Abfallentsorgung betrifft. Anstelle der in Laboren üblichen Autoklaven nutzen die Hohensteiner Hygieneexperten seit 15 Jahren ein spezielles Entsorgungssystem, das auf Mikrowellentechnologie basiert.

Der Medister 60 fasst Abfälle mit einem Volumen von bis zu 30 Litern
Foto: Hohenstein Institute
Das Institut setzt seine Schwerpunkte auf biologische Analytik, angewandte Hygiene und effiziente medizinische Lösungen. Täglich arbeiten die Wissenschaftler hier mit infektiösem Material wie flüssigen Kulturen oder Bakterien- und Pilzkulturen. „Bevor diese Abfälle unsere Räume verlassen, müssen sie sicher desinfiziert werden“, erklärt Dr. Helmut Mucha, leitender Wissenschaftler des Instituts für Hygiene und Biotechnologie. Alle anfallenden Abfälle behandeln die Hohensteiner Forscher seit 15 Jahren mithilfe eines umweltschonenden Entsorgungssystems, das auf spezieller Mikrowellentechnologie basiert.

Die Abfälle aus dem Labor werden zunächst im stichfesten, wieder verwendbaren Behälter gesammelt, der sich per Fußhebel - also berührungslos - öffnen lässt. Anschließend kommt der gefüllte Behälter in das Medister-HF-Desinfektionsgerät, das direkt im Labor integriert ist. Dort wird der Abfall im Sammelbehälter automatisch befeuchtet und mittels des thermischen Verfahrens von innen heraus auf 97 - 100° Celsius erhitzt. Diese Temperatur wird 25 Minuten lang gehalten. Durch das patentierte „Even-Heat“-Verfahren werden die im Abfall befindlichen Infektionserreger in kurzer Zeit unschädlich gemacht, so dass der entkeimte Abfall anschließend umweltschonend und gesetzeskonform laut ADR/RID Richtlinien im Hausmüll entsorgt werden kann.

Dr. Helmut Katschnig, wissenschaftlicher Leiter des österreichischen Unternehmens Meteka, hat dieses Desinfektionsgerät entwickelt. Er erklärt: „Der zuvor kontaminierte Abfall schrumpft während der Erhitzung um 30 bis 50 Prozent zusammen und kann anschließend bedenkenlos im Hausmüll entsorgt werden.“ 30 Liter fasst das Medister 60 HF-Abfalldesinfektionsgerät, das in Hohenstein eingesetzt wird. Es kann Keime der Resistenzstufe I bis IV, also alle Virenarten, alle vegetativen Keime sowie jegliche Parasiten und Pilze abtöten.

Das erste Desinfektionsgerät war schon 13 Jahre lang im Institut für Hygiene und Mikrobiologie des Forschungszentrums tagtäglich in Benutzung. Bereits 1998, zwei Jahre nach dessen Inbetriebnahme, schrieb Dr. Muchas Vorgänger, Prof. Dr. Walter Steuer, in einem Erfahrungsbericht: „Aufgrund der kurzen Chargenzeit ist es möglich, mit dem Desinfektionsgerät Medister 60 an einem Arbeitstag etwa zehn Chargen Abfall à 30 Liter Volumen zu entsorgen. Im Vergleich zu einem gleich großen Autoklaven entspricht das einer doppelt so hohen Menge pro Tag.“ Inzwischen ist das Gerät von einer moderneren Version abgelöst worden. „Wir haben uns für den Medister vor allem aus wirtschaftlichen Gründen entschieden“, so Dr. Mucha. „Neben den kurzen Zykluszeiten liegen die entscheidenden Vorteile in der einfachen Bedienung und dem geringen Wartungs- und Energiebedarf. Außerdem besteht keine Unfallgefahr.“

Quelle: Hohenstein Institute

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Artikel vom: 12.08.2010 09:36
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