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Wien - Für viele Unternehmen ist es billiger, CO2-Emissionen nicht am eigenen Standort einzusparen, sondern das Geld in Emissionseinsparungsprojekte in Entwicklungsländern zu investieren. Was oftmals nicht bedacht wird: Sie fördern damit ihre direkte Konkurrenz.

Titelblatt "International Offset"
Sandbag
Die britische NGO Sandbag hat sich intensiv mit dem Thema des Emissionshandels beschäftigt. Sie analysierte die aktuellen Daten der EU und der Vereinten Nationen (UN) zu internationalen Kompensationskrediten und fasste die Ergebnisse in dem Bericht „International Offset and the EU 2009 – An update on the compliance offsets in the EU Emissions Trading Scheme“ zusammen. Dem Bericht zufolge gaben Unternehmen aus der EU im Jahr 2009 etwa 860 Millionen Euro für 78 Millionen internationale Kompensationskredite (CER) aus, um ihre - unter dem europäischen Emissionshandelssystem - vorgegebenen Emissionsgrenzen einzuhalten.

Kompensationskredite werden im Rahmen des UN-Mechanismus für Saubere Entwicklung (CDM) vergeben und sollen Unternehmen ermöglichen, ihre Emissionsziele auf kosteneffektive Weise einzuhalten, indem sie in Entwicklungsländern Projekte finanzieren, die Treibhausgasemissionen reduzieren. Ein Großteil der 860 Million Euro floss in den asiatischen Raum. Vor allem Stahlfirmen in China und Indien profitieren davon.

Die europäischen Unternehmen unterstützen damit jedoch ihre direkten Konkurrenten. „Obwohl es absolut legal ist und auf einer Ebene wirtschaftlich vernünftig, sich so zu verhalten, wirft es die Frage auf, wieso Firmen freiwillig einen direkten Zuschuss an internationale Konkurrenten senden, wenn ihre Angst vor dem Abwanderungsdruck aufgrund von CO2-Emissionsgrenzen so groß ist.“, so die NGO in ihrem Bericht.

Auf der Sandbag-Homepage findet sich auch eine Übersichtskarte, die zeigt, in welche Länder und in welche Projekte die internationalen Kompensationskredite geflossen sind. Auch eine länderspezifische Auswahl ist möglich.

Quelle: EU-Umweltbüro.at

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Artikel vom: 13.08.2010 09:14
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