Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) kritisiert die nach wie vor unbefriedigende Entsorgung quecksilberhaltiger Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren als „umweltpolitisches Ärgernis“. Die achtlose Entsorgung der so genannten Gasentladungslampen führe zu einer völlig unnötigen Belastung des Hausmülls mit dem giftigen Metall Quecksilber. Dass es auch anders gehe, zeigten Erfahrungen im Ausland, wo bis zu 80 Prozent der ausgedienten Gasentladungslampen ordnungsgemäß gesammelt und recycelt werden.
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| Foto: ©Ernst Rose/PIXELIO |
Obwohl die Abgabe bei kommunalen Wertstoffhöfen oder Schadstoffmobilen kostenlos ist, landen ausgediente Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren hierzulande immer noch mehrheitlich im Hausmüll. Insgesamt werden nur rund 35 Prozent der Gasentladungslampen getrennt gesammelt und damit umweltgerecht verwertet, private Haushalte kommen sogar nur auf 10 bis 20 Prozent korrekt entsorgte Altlampen. Die Gründe sind vielfältig. Oft mangelt es an verbraucherfreundlichen Rückgabemöglichkeiten in der Nähe, die kommunalen Sammelstellen sind umständlich zu erreichen oder haben ungünstige Öffnungszeiten. Hinzu kommt: Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kennen weder ihre Rückgabepflichten noch die Rückgabemöglichkeiten.
Zum Vergleich: In Schweden beispielsweise werden heute 80 Prozent der Gasentladungslampen korrekt eingesammelt und umweltgerecht entsorgt. „Ziel muss es sein, bis spätestens 2012 ’schwedische Verhältnisse’ bei der Entsorgung von Gasentladungslampen auch in Deutschland zu schaffen. Hierfür brauchen wir zum einen mehr Annahmestellen in den Kommunen, zum andern aber auch eine gesetzlich verordnete Rücknahmepflicht im Handel. Wenn diese Maßnahmen nicht genügen, muss gegebenenfalls auch über die Einführung eines Pfandbetrages nachgedacht werden, um die Rückgabequote auf mindestens 80 Prozent anzuheben“, fordert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Nächste Stufe im Glühlampen-Ausstieg
Am 1. September 2010 greift die zweite Stufe des EU-weiten Glühlampenausstiegs. Die EG-Verordnung 244/2009 schreibt neue Ökodesign-Anforderungen für Lampen vor, so dass in der ersten Stufe, die seit 1. September 2009 gilt, alle matten Glühlampen sowie klare Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt nicht mehr verkauft werden durften. Ab der zweiten Stufe fallen nun auch alle Glühlampen und Halogenlampen mit mehr als 60 Watt weg. In insgesamt vier Stufen bis 2012 werden dann alle ineffizienten Standardglühbirnen und konventionelle Halogenglühlampen aus den Verkaufsregalen verbannt.
Ziel der neuen Regelung ist ein deutlicher Beitrag zur Einhaltung der europäischen Energieeffizienz- und Klimaschutzziele. Die unter den EU-Staaten und mit dem Europaparlament abgestimmte Regelung dient der Verbesserung der Marktdurchdringung von energieeffizienten Beleuchtungstechniken und soll im Jahr 2020 zu einer Energieeinsparung von rund 39 Terawattstunden führen – das entspricht laut DUH der Stromerzeugung von sieben modernen Kohle- oder vier großen Atomkraftwerken. Quelle: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)
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Artikel vom: 17.08.2010 13:04
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