Home / Top-News Abfall / Waste Kreislaufwirtschaft / Recycling Management Energie / Energy Märkte / Markets Unternehmen / Companies Forschung / Research Politik / Policy Recht / Law
Archiv
Zurück Impressum
 

Magdeburg - Ein internationales Netzwerk von Logistikbrokern soll das Transportmanagement von kleinen und mittleren Unternehmen optimieren. Dieses neue Konzept stellt das Fraunhofer IFF Magdeburg auf dem 2. Mitteldeutschen Logistikforum in Leipzig vor, mit dem die Firmen bis zu 20 Prozent ihrer Transportkosten reduzieren können.

Truck
Foto: ©TommyS/PIXELIO
Wollen kleine und mittlere Unternehmen ihre gelegentlichen Frachtaufträge organisieren, kostet das häufig viel Zeit, Geld und personelle Ressourcen. Vor allem grenzüberschreitende Transportplanungen gestalten sich oft schwierig. Ein überregionales Netzwerk neutraler Logistikbroker soll jetzt Abhilfe schaffen.

Geht es nach den Vorstellungen der Logistikexperten des Fraunhofer Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, werden viele KMU ihre Transportplanungen zukünftig an einen solchen Broker übertragen. Der sammelt die über das Internet zugesandten Aufträge, bündelt sie nach Zielen und Zeitplänen und stimmt sie mit den Kapazitäten der Speditionen ab. Je nach Bedarf wählt er den für den Kunden günstigsten oder schnellsten Anbieter aus, optimiert die Frachten und vergibt anschließend die Aufträge.

Geringere Kosten

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Unternehmen auf diesem Weg Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent erzielen können. Doch auch die Speditionen profitieren. Sie leiden oft unter zu geringen Auslastungen und zu vielen Leerkilometern. Im Brokersystem verzeichnen die beteiligten Speditionen bei gleichem Frachtaufkommen etwa 30 Prozent weniger gefahrene Kilometer. Zudem nahm die Zahl der Transportrouten um 37 Prozent ab.

Vom regionalen zum europäischen System

Bislang gibt es einen solchen Logistikbroker erst einmal in Europa. Im italienischen Modena wickelt mittlerweile eine Vielzahl von Firmen ihre Warentransporte über ihn ab. Jetzt soll das Konzept auf die europäische Bühne gehoben werden. Das Fraunhofer IFF in Magdeburg hat dafür im EUProjekt KASSETTS die bestehende italienische Software für den deutschen Markt angepasst und ist dafür verantwortlich, dass das System auch überregional und vor allem grenzüberschreitend eingesetzt werden kann.

Als einer von acht europäischen Partnern des Projekts installiert das Fraunhofer IFF außerdem auch den ersten deutschen Broker. Er wird am Ende des Jahres 2010 in der Region Magdeburg, Sachsen-Anhalt, starten.

Professor Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer IFF, prophezeit den Brokern eine erfolgreiche Zukunft. "Gerade Unternehmen ohne eigene Logistikabteilung werden enorm entlastet. Wenn dann noch rund 20 Prozent Kosten eingespart werden können, kann sich das durchaus sehen lassen", resümiert er.

Vorstellung auf Logistikforum

Der Vorteil des Systems gegenüber herkömmlichen Transportbörsen ist vor allem das aktive, auf moderne Kommunikationstechnologien gestützte Logistikmanagement. "Kleine Firmen werden nicht mehr sich selbst überlassen, wenn es um die Planung und günstigste Abwicklung eines Transports geht", so Institutsleiter Schenk. "Mit Hilfe eines neutralen Logistikbrokers können sie nun ihre Waren zu optimalen Konditionen auch ins europäische Ausland versenden, ohne den sonst üblichen Stress und Aufwand."

Letztlich profitieren aber alle Seiten. Firmen und Speditionen gewinnen genauso wie die Kommunen, über deren Straßen weniger LKW rollen, und die Umwelt, die weniger Abgase zu verkraften hat. Der Europäischen Union ist das eine Menge Geld wert: Sie fördert das Projekt mit über zwei Millionen Euro.

Das Fraunhofer IFF stellt das Projekt KASSETTS am 30. und 31. August 2010 auf dem 2. Mitteldeutschen Logistikforum auf dem Stand Nr. 1 Foyer Ost im Congress Center Leipzig vor.

Weitere Informationen unter kassetts.iff.fraunhofer.de.

Quelle: Fraunhofer IFF

Ähnliche Artikel:

Artikel vom: 26.08.2010 09:07
Zurück   
© MSV Mediaservice & Verlag GmbH, Bergstr. 16, D-82239 Biburg
Sekundär-Rohstoffe