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Mainz - Siedlungsabfall als Rohstoffquelle besser zu nutzen – das war der Ausgangspunkt für den Pilotversuch im Entsorgungs- und Verwertungszentrum Mertesdorf, bei dem Rohstoffe wie Pappe, Papier, Kunststoffe, Holz und Nichteisenmetalle vollautomatisch aus dem vorbehandelten Restabfall aussortiert wurden. Rheinland-Pfalz hatte den Versuch mit 150.000 Euro bezuschusst.

Restabfalltonne
Foto: ©Hartmut910/PIXELIO
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad bewertet nach einem Gespräch mit dem Gutachter die Ergebnisse des Pilotversuches differenziert:

• Aus getrockneten Haushaltsabfällen – die Besonderheit am Mertesdorfer Versuch - ist die Herstellung von Produkten zur werkstofflichen Verwertung möglich. In der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage in Mertesdorf wurden die Abfälle aus dem Gebiet des Zweckverbandes Regionale Abfallwirtschaft getrocknet und zu Ersatzbrennstoffen mit einem Heizwert von Braunkohle aufbereitet. Diese Anlage war um eine zusätzliche Nahinfrarot-Sortieranlage erweitert worden, die das differenzierte Aussortieren ermöglichte.

• Bei den gewonnenen Kunststoffen war die Produktreinheit marktüblich und eine Aufbereitung war möglich. Allerdings sind die granulatähnlichen Kunststoffmaterialien, die nach der Sortierung aus dem getrockneten Restmüllgemisch hergestellt wurden, gegenüber der Leichtstoffsortierung aus der Getrenntsammlung im Gelben Sack mit störenden Gerüchen behaftet.

• Neben den Versuchen zur stofflichen Verwertung wurde auch nachgewiesen, dass alternativ eine hochkalorische Brennstofffraktion hergestellt werden kann.

• In einem 2. Baustein des Projekts wurde eine Mischung aus Restmüll und Verpackungsabfall aus dem Gelben Sack hergestellt, um so eine andere Mischqualität zu simulieren. Hier zeigt sich, dass ein Teil der aussortierten Leichtverpackungen, wie z.B. Tetrapacks, eine geringere Qualität als die im gelben Sack gesammelten aufweisen und für eine hochwertige stoffliche Verwertung weniger geeignet ist.

Als Fazit stellt Ministerin Conrad fest:

„Nur unter den Bedingungen von Mertesdorf – wenn der Restmüll zuvor getrocknet wurde – kann die Restmüll-Sortierung zu einer Verbesserung des Systems beitragen. Der Versuch ist nicht geeignet, die Getrennterfassung grundsätzlich in Frage zu stellen. Wenn man aus Abfällen mehr (Sekundär-)Rohstoffe gewinnen will, ist eine bessere und intensivere Erfassung von recyclingfähigen Abfällen z.B. durch den Einsatz einer Wertstofftonne sinnvoll. Dies böte die Chance, stoffgleiche Abfälle zusammen mit Verpackungen und Elektro-Kleingeräten gemeinsam einer stofflichen Verwertung zuzuführen.“

„Der Versuch war insgesamt wertvoll, nicht nur für die Abfallwirtschaft, sondern auch was die technologische Entwicklung anbelangt. Beeindruckend ist die Innovation bei der Sortiertechnik. Hier kommen Systeme aus Rheinland-Pfalz zum Einsatz, die perspektivisch bei anziehenden Rohstoffpreisen ökonomisch sinnvoll zur höheren Wertstofferfassung aus Abfällen eingesetzt werden können und dies weltweit. Ihre Bedeutung und die Nachfrage im Rohstoffmarkt wird zunehmen.“

Quelle: Umweltministerium Rheinland-Pfalz

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Artikel vom: 22.09.2010 08:46
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