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Lüneburg und Berlin - Schockierende Bilder zeigte Werner Zeppenfeld in der ARD-Sendung Weltspiegel: In Agbogbloshie, einem Vorort von Ghanas Hauptstadt Accra, landet Elektroschrott aus aller Welt. Dort holen sich Kinder nach der Schule Monitore, um Edelmetalle herauszulösen. Umhüllt von giftigem Rauch, trennen sie Kupfer von Plastik und ruinieren ihre Gesundheit und die Umwelt.

Elektronikschrott
Foto: ©Karl-Heinz Laube/PIXELIO
Der Export von Elektroschrott ist in Deutschland verboten. Trotzdem sollen allein von hier aus jährlich ca. 150.000 Tonnen - als Secondhand-Geräte deklariert - in Entwicklungs- und Schwellenländer gelangen. Die Schwierigkeit für die Zollbeamten bei der Kontrolle beginnt bereits damit, dass Neu-, Alt- und Gebrauchtgeräte nicht mit unterschiedlichen Zollnummern gekennzeichnet werden. Zudem gibt es keine rechtsverbindliche Definition, was Abfall und was Secondhand-Ware ist. Ein strengeres Gesetz hierzu soll 2012 verabschiedet werden. Bis dahin werden aber noch schätzungsweise 300.000 Tonnen Elektroschrott illegal das Land verlassen.

In Agbogbloshie lösen Kinder - wie in dem genannten Bericht gezeigt - die leicht zugänglichen Metalle aus dem Elektroschrott. In Ermangelung von Werkzeugen werden die Gehäuse entweder mit Steinen zertrümmert oder Ummantelungen verbrannt, um an die wertvollen Rohstoffe zu gelangen. Dabei werden Schwermetalle und Edelgase freigesetzt; darüber hinaus gehen wertvolle Edelmetalle verloren.

Eine Alternative zu diesen Missständen bietet das Netzwerk QuRec mit seinen Partnern. „Nur mit einer funktionierenden Sammlung und der möglichst direkten Einbindung von Experten für die Aufbereitung von E-Schrott kann es gelingen, den Abfluss von Altgeräten und damit den Abfluss von Werkstoffen zu minimieren“, so Carsten Eichert, Geschäftsführer der Encros GmbH und Koordinator von QuRec. „Wir seitens Encros unterstützen unter anderem Sammler und Recycler in Brasilien. Wir zeigen Ihnen, die Elektrogeräte sinnvoll zu demontieren. Für die entstehenden Fraktionen zeigen wir ihnen profitable Vermarktungswege auf. Ein Teil der sehr werthaltigen Ware wird nach Europa exportiert, um hier mit möglichst geringem Verlust aufgearbeitet zu werden.“

QuRec ist ein bundesweites Netzwerk für Qualität im Recycling, das sich mit den Folgen der nicht fachgerechten Entsorgung von Elektroaltgeräten beschäftigt und Alternativen bietet. So rief QuRec am 21.8.2010 bundesweit die Bürger auf, ihre Fernseh-Altgeräte bei den Partnerunternehmen des Netzwerks direkt vor Ort zu entsorgen. Carsten Eichert fand „die Aktion vollends gelungen. Bei den bundesweit beteiligten Standorten haben die Bürger die Chance genutzt, ihre alten Fernseher direkt beim Fachmann abzugeben. Damit ist die sichere und qualitativ hochwertige Aufarbeitung der Altgeräte möglich, ohne dass irgendwelche Umwege genommen werden.“

Ein Video des ARD-Berichtes ist unter tagesschau.de zu finden.

Quelle: QuRec

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Artikel vom: 23.09.2010 09:02
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