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Exportorientierte Recyclingunternehmen finden in den Niederlanden ideale Bedingungen vor. Der Nordseeanrainer entwickelt sich zu Europas Drehscheibe für den internationalen Handel mit Abfallverwertungs- und Umwelttechnologien.

Niederlande
Foto: Kurt F. Domnik / pixelio.de
Die niederländische Kreislaufwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf: Nach dem Krisenjahr 2009 verzeichnen die Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingbranche eine sprunghafte Belebung ihrer Geschäfte. Der seit Mitte 2010 ansteigende Umsatz könnte sogar noch um zehn bis 20 Prozent höher ausfallen. Damit ließen sich die krisenbedingten Rückstände aufholen. Ab dem nächsten Jahr rechnen Experten allerdings mit einer Beruhigung. Zunehmen werde aber der weltweite Export von Anlagen und Systemlösungen über die Niederlande. Deutsche Lieferanten profitieren direkt von dieser Entwicklung. Viele von ihnen sind im niederländischen Markt engmaschig verflechtet.

Mit einem starken Exportanteil und einem Gesamtumsatz, der 2008 bei geschätzten fünf Milliarden Euro lag, zählt die Kreislaufwirtschaft der Niederlande zu den leistungsfähigsten in Europa. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hatten die Verluste der Branche 2009 etwa zehn Prozent betragen. Seit dem 2. Quartal 2010 weist der Sektor wieder zweistellige Wachstumsraten aus. Im Jahr 2011, so die Prognosen, werde es verstärkt zu Neuinvestitionen in der Abfallverwertung kommen.

Der niederländische Recyclingmarkt ist sehr aufnahmefähig für Importe von Maschinen und Anlagen, von denen jedoch viele international weiter exportiert werden. Deutschland ist Hauptlieferant von Anlagen sowie von Dienstleistungen. Die deutschen Lieferungen haben im Laufe von 2010 bereits zugenommen und sollen auch 2011 weiter steigen.

Drastischer Rückgang bei der Deponierung
Nach Angaben des Statistikamtes CBS betrug die Entsorgungsmenge in den Niederlanden 2008 59,8 Milliarden Kilogramm. Mit einem Abfallaufkommen pro Kopf der Bevölkerung (16,5 Millionen Einwohner) von Haushaltsmüll, den das CBS mit rund 581 Kilogramm angibt, liegen die Niederlande in der Spitzengruppe der EU. Dafür betrug 2008 die Recyclingquote des gesamten Abfalls aber auch respektable 83,9 Prozent. Und sie steigt weiter, während die Bedeutung der Deponierung drastisch auf 3,2 Prozent gefallen ist.

Plastik muss jetzt extra getrennt werden
Es existieren etwa 3.800 Deponien in den Niederlanden. Hiervon müssen einige dringend saniert werden. Hingegen haben die Niederlande mit 38 Prozent einen hohen Anteil der Verbrennung. Die Müllverbrennung mit gleichzeitiger Energiegewinnung (waste to energy) wird ausgebaut: Zurzeit gibt es elf solcher Verbrennungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von 5,5 Milliarden Kilogramm. Die Kompostierungsquote liegt bei 28 Prozent.

In den Niederlanden bestehen ein System der Mülltrennung (Holsystem) und ein Bringsystem (Pfand und dergleichen). Die großen Metropolen Amsterdam, Rotterdam, und Utrecht sind Vorreiter in der Nutzung von innovativen Verwertungsmethoden mit Merkmalen wie Energie-, Ressourcen- und Materialeffizienz ...

SEKUNDÄR-ROHSTOFFE 11/2010
Lesen Sie mehr in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE 11/2010, Seite 16-18.

Quelle: SEKUNDÄR-ROHSTOFFE / GTAI (Autor: Max-Helmut Semich)

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Artikel vom: 01.11.2010 10:56
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