Home / Top-News Abfall / Waste Kreislaufwirtschaft / Recycling Management Energie / Energy Märkte / Markets Unternehmen / Companies Forschung / Research Politik / Policy Recht / Law
Archiv
Zurück Impressum
 

Darmstadt -- Im Abfall steckt Potenzial - für Klima und Wirtschaft: Das wurde auf der heutigen Informationsveranstaltung in der IHK Darmstadt deutlich, die gemeinsam von der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen und der Aktionslinie Hessen-Umwelttech der HA Hessen Agentur GmbH durchgeführt wurde. Die Veranstaltung fand im Auftrag des Hessischen Umwelt- und des Hessischen Wirtschaftsministeriums statt.

Emissionen
Foto: ©Martin Fiedler/PIXELIO
Dr. Carsten Ott, Leiter der Aktionslinie Hessen-Umwelttech, sagte einleitend: "Abfallwirtschaft und Abfalltechnik sind eine der tragenden Säulen der hessischen Umwelttechnologie. Die Möglichkeiten im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen im Ausland sind gerade in diesem Bereich für entsprechende Unternehmen hoch interessant." Dieses Interesse bestätigte das bunt gemischte Publikum aus Abfallunternehmern, Umwelttechnologieanbietern, Klimaberatern, Projektentwicklern, Forschern und Vertretern aus Behörden.

Die Basis für einen klimaschonenden, effizienten Umgang mit Abfall bilden die projektbasierten Mechanismen des Kyoto-Protokolls: Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI). Sie schaffen Anreize, um anfallende Emissionen durch den Einsatz moderner Abfalltechnologien zu reduzieren. Solche Modernisierungen sind vor allem bei Mülldeponien unverzichtbar, da hier durch natürliche Abbauprozesse organischer Bestandteile Methan gebildet wird, das in die Atmosphäre entweicht.

Die hohen Emissionen resultieren aus einem technologischen Mangel, wie Bernhard Gerstmayr vom bifa Umweltinstitut feststellte: „Die in Industrienationen wie Deutschland als Stand der Technik geltenden abfallwirtschaftlichen Technologien werden bisher nur sehr eingeschränkt im Rahmen von CDM- oder JI-Projekten eingesetzt.“ Als Gründe nannte er „das Informationsdefizit in Bezug auf die technische Leistungsfähigkeit moderner Abfallbehandlungstechniken, aber auch die Umsetzbarkeit vor Ort“. Außerdem fehle auf Seiten der Technologieanbieter oft das Wissen, welchen Finanzierungsbeitrag die flexiblen Instrumente bei der Realisierung moderner
abfallwirtschaftlicher Projekte leisten können.

Die projektbasierten Mechanismen eröffnen sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile: In Bezug auf den Klimaschutz resümierte Günter Dehoust von Öko-Institut e.V., „dass generell der Ausstieg aus der Deponierung einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leistet“. Er bezog sich auf eine aktuelle Studie, in der am Beispiel von Siedlungsabfällen und Altholz die Klimaschutzpotenziale der Abfallwirtschaft untersucht – und deutlich bestätigt – wurden.

Prof. Klaus Fricke von der Technischen Universität Braunschweig stellte eine Fallstudie aus Indien zu CDM als Finanzierungsmodell vor. Die Untersuchung zeigte potenzielle CDM-Erträge in verschiedenen abfallwirtschaftlichen Einzelmaßnahmen auf, darunter Kompostierung, Vergärung, mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlagen und Recycling. Im Zusammenwirken solcher Maßnahmen liegt das Potenzial, um aus Abfall – auch wirtschaftlich – das Beste zu machen.

Die wirtschaftlichen Vorteile fasste Dr. Tina Knispel, Leiterin der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen, so zusammen: "CDM-Projekte im Abfallbereich bergen großes Einsparpotenzial und sind durch die niedrigen CO2-Vermeidungskosten wirtschaftlich sehr attraktiv."

Quelle: Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen / Aktionslinie Hessen-Umwelttech

Ähnliche Artikel:

Artikel vom: 18.11.2010 11:33
Zurück   
© MSV Mediaservice & Verlag GmbH
EU-Recycling