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Vom rarem Element zum kritischen Rohstoff. Prognosen zufolge wird sich bis zum Jahr 2030 der weltweite Bedarf an sogenannten Seltenen Erden verdreifachen. Wann und für welche Metalle tatsächlich Versorgungsengpässe eintreten könnten, lässt sich aber nicht exakt bestimmen.

Wismut, erstarrt aus der Schmelze und ein Stück natürliches Silber auf einem Spiegel
Foto: Marco Barnebeck / pixelio.de
Im Mai 2010 stellte UNEP, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, einen neuen Report über die Recyclingquoten von Metallen vor. Thomas E. Graedel, Professor an der Yale School of Engeneering and Applied Science, präsentierte damals den Bericht in New York der Presse und fragte: „Bei Indium liegt die Recyclingquote bei unter einem Prozent. Könnten wir auch ohne Indium Computer produzieren? Natürlich! Aber die hätten dann das Niveau von 1980.“

Was der Geologe, Geophysiker und Experte für industrielle Ökologie damit sagen wollte, war jedem der anwesenden Journalisten klar: Gerade die Metalle, die wir in Zukunft dringend brauchen, sind auf der Erde knapp. Hat Thomas E. Graedel Recht mit dieser Annahme? Klafft schon bald eine riesige Lücke bei den Seltenen Erden? Ist „selten“ hier wirklich „knapp“? Oder doch nur „relativ“?

Edelmetalle galten schon immer als rare Elemente. Selbst in großer Menge konnten sie den Aufstieg und Niedergang ganzer Nationen bedeuten. Das antike Griechenland zum Beispiel wurde durch Silbergewinnung reich, während das Gold der Inkas indirekt am Untergang ihres Reichs Schuld trug. Auch die Bezeichnung Seltene Erden anstatt Metalle der Seltenen Erden ist missverständlich: Die Elemente wurden zur Zeit ihrer Entdeckung zwar in seltenen Mineralien gefunden und aus diesen in Form ihrer Oxide – früher „Erden“ genannt – isoliert. Aber knapp sind diese Ressourcen nicht. So kommt Thulium, das seltenste Element der Seltenen Erden, im Erdmantel häufiger vor als Gold oder Platin. Und Cer, Yttrium und Neodym – alles Metalle der Seltenen Erden – häufiger als Blei, Molybdän oder Arsen.

Freilich kommen Seltene Erden aufgrund sehr ähnlicher Eigenschaften (sie liegen im Periodensystem dicht beieinander) meist in Verbindung mit anderen Mineralien, dazu noch in geringen Konzentrationen, in schlechter Qualität und nur an wenigen bekannten Abbaustellen vor. Eine kommerzielle Gewinnung ist technisch schwierig und wirtschaftlich problematisch. Daher wird die überwiegende Masse an Seltenerd-Metallen nur als „Beifang“ bei der Gewinnung ökonomisch rentablerer Metallerze mitgefördert. Edelmetalle wie Gold und Silber und Stoffe wie Kobalt, Indium, Tellur oder Selen werden als Nebenprodukt meistens im Verbund mit NE-Metallen wie Kupfer, Platin, Nickel, Zinn, Zink und Blei gewonnen. Daran ändert weder eine erhöhte Nachfrage noch höhere Preise etwas.

Aus „Selten“ wurde „Kritisch“
Chemisch betrachtet gehören zu den Seltenen Erden die Elemente Scandium, Yttrium, Lanthan sowie 14 auf das Lanthan folgenden Elementen. 2010 wurde diese Liste durch eine Aufstellung „kritischer Rohstoffe in Europa“ erweitert, die die weltweite Verfügbarkeit von mineralischen Rohstoffen und deren Bedeutung für die europäische Wirtschaft widerspiegeln sollte. Gemeinsam mit anderen Experten hatte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) einen Bericht erarbeitet, den die EU auf der „European Minerals Conference Madrid 2010“ Mitte Juni vorstellte ...

EU-Recycling 01/2011
Lesen Sie mehr in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe 01/2011, Seite 22-26.

Quelle: EU-Recycling

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Artikel vom: 30.12.2010 10:41
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