Herford -- In der Debatte um das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz und die hierin verankerte Einführung einer Wertstofftonne regt der Wertstoffgefäß-Hersteller Sulo die Vereinheitlichung der Erfassungstruktur für die Wertstoffe an. Künftig sollten möglichst nur zwei unterschiedliche Tonnengrößen für die Aufnahme der Wertstoffe eingesetzt werden, empfiehlt Dr. Eric Bernhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der SULO Gruppe und Mitglied im Executive Committee von Plastic Omnium Environnement.
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"Die heutige Erfassungssystematik für Wertstoffe ist sehr vielfältig, damit technisch anspruchsvoll und zum Teil kostenintensiv", erläutert Bernhard die Gründe für seinen Vorschlag. So gebe es heute von Kommune zu Kommune verschiedene Container- bzw. Tonnenarten und -größen sowie Säcke und auch Körbchensammlung. Damit bestünden lokal bzw. regional stark voneinander abweichende Anforderungen an die Erfassungslogistik und somit unnötig hoher Investitionsbedarf zum Beispiel bei einem Entsorgerwechsel. "Mit der Standardisierung auf zwei Tonnengrößen für die Erfassung der Wertstoffe lassen sich die Kosten niedrig halten", schätzt Bernhard.
Tourenplanung für Entsorgungsfahrzeuge optimieren
Mit Einführung der Wertstofftonne sei die grundlegende Chance zur Optimierung der Erfassungssystematik gegeben. Ergänze man diese um die hoch entwickelten Identifizierungssysteme an den Wertstofftonnen und Wiegesysteme an den Fahrzeugen, könnten weitere ökonomische und ökologische Vorteile generiert werden. Denn die Technik ermögliche die Rückverfolgung der Abfallströme bis zur Quelle, liefere Quotennachweise mittels der eingesetzten Chiptechnologie und könne die Gebührengerechtigkeit durch eine verursachergerechte Anlastung der Kosten verbessern. Auf Basis der erfassten Daten ließe sich zudem die Tourenplanung für die Entsorgungsfahrzeuge optimieren. "Der Beitrag der Recyclingwirtschaft zum Klimaschutz ließe sich so noch deutlich vergrößern", betont der Sulo-Geschäftsführer, "und Kostenoptimierung in der Entsorgungsdienstleistung kommt letztlich den Bürgern zu Gute."
Auf gelbe Säcke als Erfassungsgefäße verzichten
Ident-Systeme werden heute bereits bei rund 25 Prozent der Tonnen für Haus- und Bioabfälle eingesetzt. Dort reduziert die Einführung von Ident- und Wiegetechnologie in Verbindung mit verursachungsgemäßer Gebührenerrechnung nach SULO Erfahrung die kostenintensive und klimafeindliche Restmüllfraktion um bis zu 40 Prozent. Und belohnt die Bürger für ihren Beitrag zum Recycling durch bewusstes Sortieren.
Diese Technologie sei bei der Wertstofferfassung in Säcken allerdings nicht einsetzbar. Angesichts des künftig größeren Volumens und höheren Gewichts je Leerungsvorgang und wegen arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben könne künftig auf die gelben Säcke als Erfassungsgefäß verzichtet werden. Der fortlaufende Einsatz des gelben Sacks geriete bei zusätzlicher Befüllung zumindest an die Grenze der von der Berufsgenossenschaft akzeptierten Sicherheitsaspekte. Die Säcke böten nur eine begrenzte Reißfestigkeit - vor allem bei schweren und scharfkantigen Produkten - und es drohe ggf. die Überlastung der Personen, die als Lader arbeiteten.
Die heute eingesetzten gelben Säcke böten bei der Wertstofferfassung keinen Kostenvorteil. "Der Wechsel vom gelben Sack zur 240 Liter-Tonne amortisiert sich nach weniger als drei Jahren", erläutert Bernhard den Standardisierungsvorschlag. Damit sei der Investionsbedarf für die kommunalen und privaten Entsorgungsunternehmen gering und könne durch das vereinheitlichte Erfassungssystem möglicherweise überkompensiert werden. In der neuen Wertstofftonne sollen nicht nur der Verpackungsabfall sondern auch die so genannten stoffgleichen Nicht-Verpackungen aus Kunststoffen, Metallen und ggf. auch Elektro-Kleingeräte erfasst werden. Quelle: SULO Verwaltung und Technik GmbH
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Artikel vom: 16.02.2011 11:50
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