Brüssel -- Was “Seltene Erden” sind, wußte noch vor einem halben Jahr nur ein recht enger Kreis von Experten. Mittlerweile steht das Thema ganz oben auf der Liste nationaler wie europäischer Industriepolitik. Denn der Verbrauch Seltener Erden steigt immer schneller. Ohne Seltene Erden würde der Weg zu einer CO2-armen Wirtschaftsweise sehr viel länger. Wer keinen Zugang zu Seltenen Erden hat, droht den Innovationswettlauf zu verlieren.
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| Foto: ©Kroll/Recyclingportal |
Mit ihrer versprochenen Rohstoffstrategie tut sich die Europäische Kommission schwer. Wegen interner Uneinigkeit wurde die Veröffentlichung schon drei mal verschoben. Soll man gegenüber China und anderen rohstoffreichen Ländern eine Konfrontationsstrategie wählen oder auf Kooperation setzen? Soll man bei Seltenen Erden und anderen wichtigen Industrie-Rohstoffen vor allem ausreichenden Zugang zur Förderung in Drittländern ins Auge fassen oder Rohstoff-Effizienz und Recycling in das Zentrum stellen? Nach Ansicht des Grünen/EFA Fraktion-Berichterstatters im EU Parlament, Reinhard Bütikofer, findet Recycling von Seltenen Erden praktisch noch nicht statt.
Die Studie des Öko-Instituts schlägt daher folgende internationale Tätigkeiten vor:
* Die Europäischen Union sollte langfristig mit China für nachhaltigen Abbau und Verarbeitung Seltener Erden zusammenarbeiten. Als Ziele könnten Effizienzoptimierung, Umweltleistung, Sanierung kontaminierter Plätze und die potenzielle Wiedergewinnung Seltener Erden aus alten Erzabfällen vorgehalten werden.
* Grüne Technologien verlangen nach "grünen Metallen" - daher sollte Europa nachhaltigen Bergbau unterstützen. Hierzu gebe es gibt mannigfaltige Initiativen und Zertifizierungs-Systeme. Heutige Bergwerksgesellschaften zeigen zunehmendes Interesse in Zertifizierungs-Systeme ähnliche Kooperatinen mit EU-Teilnahme.
* Der Hochdruck auf der Öffnung von neuen Gruben durch stark erhöhte Nachfrage erweckt die Sorge, dass neue Gruben außerhalb Chinas ohne Mindestnormen geöffnet werden könnten. Ein typischer Fall könnte das Kvanefjeld-Vorkommen auf Grönland sein, wo die Rückstände der Erzgewinnung in einem natürlichen See mit der Verbindung zum Meer gelagert werden sollen. EU und Europäische Umweltagentur (EEA) sollten deutlich an die grönländische Behörden appellieren, sorgfältig und verantwortlich zu handeln.
Die Studie kann von der Webseite von Reinhard Buetikofer heruntergeladen werden. Quelle: Reinhard Bütikofer
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Artikel vom: 21.02.2011 13:51
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