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Kapitalengagements ausländischer Entsorger in der Kommunalmüll- und Recyclingbranche der Ukraine sind wenig lukrativ und mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Entsorgung mit harten Bandagen
Foto: © Starpics - Fotolia.com
Das räumte selbst der ukrainische Premierminister Mykola Azarov anlässlich eines Treffens mit deutschen Geschäftsleuten ein. Investitionen in die Abfallbranche seines Landes seien „außerordentlich riskant“, ließ Azarov verlauten. Von einem führenden deutschen Entsorgungs- und Recyclingunternehmen ist dabei zu hören, dass eine Tochterfirma des Unternehmens in einer großen ukrainischen Hafenstadt in einer Nacht- und Nebelaktion als Vertragspartner der Stadt ausgebootet worden sei. Der Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit sei mit einer Frist von nur drei Tagen nach nur kurzer Geltungsdauer rechtswidrig und einseitig gekündigt worden. Als Folge werde das Unternehmen Investitionen von rund 700.000 Euro möglicherweise vorzeitig abschreiben müssen.

Der auf dem Treffen mit dem ukrainischen Premierminister anwesende Vertreter des deutschen Abfallentsorgers gab außerdem an, dass in einer anderen ukrainischen Großstadt die dortigen Kommunalorgane fällige Tarifanhebungen für die Müllabfuhr blockiert hätten – aus wahlkampftaktischen Gründen, wie es heißt. Die Folge für die kommunale Tochtergesellschaft des deutschen Investors: Sie schreibt derzeit tiefrote Zahlen.

Bestehende Verträge aufgekündigt
Ukrainische Quellen lassen folgenden Hintergrund vermuten: Im Januar 2011 hatte der städtische Betrieb OdessKommunTrans (Odessa) den mit der Gesellschaft Remondis Ukraina geschlossenen Vertrag über die Sammlung und Entsorgung kommunalen Festmülls im zentralen Freihafenbezirk Porto Franko der ukrainischen Hafenstadt gelöst. Das Kommunalunternehmen habe diese Aufgabe „bis auf Weiteres“ der lokalen Entsorgungsfirma Soyuz übertragen. In dieser spielt die Rodina eine tragende Rolle, eine militante, mit großrussischer Programmatik werbende und insbesondere für den Anschluss der Ukraine an Russland eintretende politische Gruppierung.

Wie weiter zu erfahren war, hatte Remondis Ukraina, eine Tochtergesellschaft der deutschen Remondis International, die Müllabfuhr im Bezirk Porto Franko seit Januar 2010 auf Basis eines zuvor mit OdessKommunTrans geschlossenen Subunternehmervertrags besorgt. Allerdings hatte die Stadtverwaltung das Auftragsvergabevorhaben nicht öffentlich ausgeschrieben; der Einstieg von Remondis in den dortigen Entsorgungsmarkt war ehedem mit Unterstützung der Stadtverwaltung unter dem damaligen Bürgermeister Eduard Gurvits erfolgt ...

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Lesen Sie mehr in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe 05/2011, Seite 30-31.

Quelle: EU-Recycling / gtai - Autor: Harald Meyer

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Artikel vom: 29.04.2011 11:59
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