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Dass China seine Exportquoten für Seltene Erden weiter verringert, sorgt für Schlagzeilen: Die Preise scheinen mühelos jede Grenze zu durchstoßen. Doch der momentane Boom schafft nicht nur international, sondern China selbst Probleme. Mittel­fristig könnte es zu Engpässen kommen, die keiner will und keiner ändern kann.

Seltene Erden
Foto: © XtravaganT - Fotolia.com
Die Sicherung der Rohstoffversorgung bleibt im Visier der großen Industrieländer, wobei insbesondere die Volksrepublik China wegen der umstrittenen Drosselung der Exportquoten für Seltene Erden (Rare Earth – RE) auf Kritik stößt. In der Tat hatte Peking in den vergangenen Jahren die Ausfuhrkontingente laufend verringert. Schon im Zeitraum 2005 bis 2010 gingen die Quoten von 65.600 Tonnen auf 30.300 Tonnen zurück – eine Reduktion um knapp 54 Prozent. Als dann im Dezember 2010 bekannt wurde, dass für das erste Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr eine weitere Verringerung um 35,2 Prozent auf 14.400 Tonnen vorgesehen ist, schlugen die Wellen hoch. Andererseits bedeutet diese Zahl im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2010, als die Kontingente nur 8.000 Tonnen betrugen, aber eine Steigerung um mehr als 80 Prozent.

Erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte sich die Seltene Erden-Weltproduktion nach China verlagert. Aufgrund billiger Arbeitsplätze, zahlloser illegaler Minen sowie einer Erzeugung auf Kosten der Umwelt konnte das „Reich der Mitte“ weltweite Konkurrenten wie die US-Firma Molycorp mit ihren Minen in Mountain Pass oder die australische Lynas verdrängen. China hat die Probleme dieser Branche inzwischen zwar erkannt, sah sich aber bislang offenbar nicht in der Lage, diese auch wirksam anzugehen. Nach wie vor tummeln sich zu viele legale, halb- oder illegale Kleinunternehmen, die mit rückständiger Ausrüstung die Umwelt belasten. Am Preisboom verdienen sie kräftig mit. Die Konsolidierung des Sektors lässt daher weiter auf sich warten. Selbst wenn, wie in einem Papier des Staatsrats von Mitte Februar 2011, zum wiederholten Male eine Restrukturierung der Rare Earth-Industrie gefordert wird.

Quoten und Preise sind unkalkulierbar
Die Quoten für das zweite Halbjahr 2011 vermag niemand abzuschätzen. Nachdem Premier Wen Jiabao im vergangenen Herbst in Brüssel versicherte, dass sein Land nicht vorhabe, Seltene Erden als strategische Waffe zu verwenden, haben sich die Gemüter etwas beruhigt. Beobachter halten es für möglich, dass die Kontingente, die im Mai veröffentlicht werden, im zweiten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder steigen und für das Gesamtjahr 28.000 Tonnen erreicht werden könnten.

Doch obwohl 2010 die chinesische Produktion nach ersten Schätzungen mit 130.000 Tonnen stabil gehalten wurde, ist bislang bei den Preisen noch keine Ruhe eingekehrt. Der Börsenindex belegt es: Von Januar 2009 bis Jahresende 2010 schnellte der Kaiser Bottom Fish Online-Rare Earth Stock Index von 2.000 auf knapp 15.000 Punkte und erreichte im Januar 2011 einen neuen Höchststand von etwa 18.000 Punkten, berichtet Autor Bernd Schaaf von Germany Trade & Invest.

Aber auch am chinesischen Binnenmarkt klettern die Preise enorm. Nach Angaben des Institute of Rare Earth Studies der Minmetals Corporation wurden im Februar 2011 durchgehend Höchststände erzielt. Von Mitte Dezember 2010 bis Mitte Februar 2011 legten sämtliche Preise zweistellig zu, mit hochwertigen Dysprosium-Eisen-Legierungen um 57 Prozent und Dysprosiumoxid mit 55 Prozent Preisanstieg als Spitzenreiter. Ein Ende ist nicht abzusehen ...


Lesen Sie mehr in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe 06/2011, Seite 22-24 und dazu ein Interview mit Dr. Harald Elsner (BGR) auf Seite 30-31.

Quelle: EU-Recycling

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Artikel vom: 01.06.2011 10:12
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