Die Aufbereitung Technischer Kunststoffe könnte ein lukrativer Geschäftszweig sein, gäbe es ausreichende Mengen in notwendiger Qualität auf dem Markt.
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Die Gründe für diese Entwicklung erläuterte Peter Jetzer (Kunststoff Information Verlagsgesellschaft mbH, Bad Homburg). Seinen Worten zufolge wird die Produktion technischer Kunststoffe oft in hochkomplexen Verbundsystemen der chemischen Industrie betrieben. Als Beispiel nannte er die Caprolactam-Produktion, die über Phenol oder Cyclohexan an der „Aromaten-Strecke“ hängt und unmittelbar mit Aluminiumsulfat (Dünger) verbunden ist. Zudem wird Caprolactam im Wesentlichen zu Fasermaterialien polymerisiert. Aus diesem Grund kann es passieren, dass beispielsweise die Agrar-Konjunktur die Erzeugung des Kunststoffes PA 6 ebenso beeinflusst wie die Textilwirtschaft die Herstellung von PA. Außerdem existieren zwischen den verschiedenen zweckgebundenen Anlagen vielfältige gegenseitige Abhängigkeiten, deren Auswirkungen laut Jetzer nicht vollständig vorhergesagt werden können. So habe die BASF Ende 2008 weltweit 80 Anlagen außer Betrieb gesetzt und Dow rund 180. Probleme beim Wieder-Anfahren von Teilen seien „systemimmanent unabwendbar“ gewesen.
Was die Marktpreise angeht, so öffne sich die Schere zwischen Neuware und Regranulaten, konstatierte Jetzer. Die Einkaufspreise für Produktionsabfälle explodierten, weshalb die Margen der Regranulierer immer kleiner würden. Mangels vorhandener Ausgangsmaterialien gebe es erste Abstellungen bei den Unternehmen. Gleichzeitig leide die Regranulat-Qualität. Parallel dazu starteten Neuware-Produzenten wie DuPont und Lanxess neue Preisinitiativen bei PA für die zweite Jahreshälfte. Wegen der Mangelerscheinungen auf dem Kunststoffmarkt sei die Umsetzungswahrscheinlichkeit hoch. Die Kunststoffverarbeiter stünden weiterhin unter hohem Eigenverwertungsdruck.
Die täglichen Probleme der Aufbereiter und Veredler
Von der Schwierigkeit, der Nachfrage entsprechende Mengen in hoher Qualität aufzutreiben berichtete auch Dr. Michael Wachsmann (RECYPLAST Dr. M. Wachsmann Kunststoffe GmbH, Hillscheid). Die Beschaffung der Kunststoffabfälle, die nach den Anforderungen der Kunden verarbeitet werden, erfolgt über Anfallstellen, Entsorger und Aufbereiter. „Unsere Ware hat nicht die Qualität von Neuware“, stellte der Redner klar. „Wir müssen noch mehr Verfahren entwickeln“, denn mit den derzeitigen Methoden sei eine Qualität, die mit Neuware vergleichbar ist, nicht zu erreichen. Wachsmann vertritt zudem die Auffassung, dass die Recyclingquote bei Kunststoffen erhöht werden sollte, vor allem um dem Bedarf an qualitativ hochwertigen Recyclingerzeugnissen entgegenzukommen ...

Lesen Sie mehr in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe 08/2011, Seite 24-25. Quelle: EU-Recycling / 14. Internationaler bvse-Altkunststofftag
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Artikel vom: 29.07.2011 09:58
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