München -- Geothermie ist CO2-neutral, laut- und geruchlos und kann direkt als Heiz- und Prozesswärme eingesetzt oder in Strom umgewandelt werden. Darüber hinaus sind geothermische Kraftwerke grundlastfähig. Sie sind daher prinzipiell in der Lage, Kohle- oder Kernkraftwerke zu ersetzen. Faktoren, die nach Einschätzung der Deutsche Bank Research die Erdwärmenutzung zu einem wichtigen Hoffnungsträger für eine bessere Energie- und Klimazukunft machen.
![]() |
| Foto: ©Ich/PIXELIO |
Bei der direkten Nutzung der geothermalen Wärme ist Europa international führend. Nach den aktuellen Zahlen des European Geothermal Energy Council (EGEC) sind in den 27 EU-Mitgliedstaaten Anlagen mit einer Kapazität von gut 23.000 MW installiert. Zusammen produzieren sie jährlich rund 65.000 GWh an Wärme. Deutschland rangiert bei der installierten Kapazität nach Schweden und Norwegen auf Platz drei.
Im letzten Jahr erzeugten weltweit 526 Kraftwerke mehr als 67.000 GWh Strom aus Erdwärme. Mit 209 Anlagen dominierten hier die USA. Einen besonders großen Anteil an der Stromerzeugung erreicht die Geothermie überall dort, wo hohe vulkanische Aktivität herrscht, wie zum Beispiel auf den Philippinen, in Indonesien, Neuseeland und Mexiko. Dort ist sehr heiße Erdwärme relativ einfach verfügbar. Nach EinschätzungFrost & Sullivan werden in Zukunft jedoch neue Technologien, wie das Hot-Dry-Rock-Verfahren, Stromerzeugung aus geothermischer Energie überall auf der Welt ermöglichen. „Der Markt für Geothermie steht kurz- und mittelfristig vor einer großen Expansion“, ist sich Tomasz Kaminski, Analyst bei der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, sicher.
Das Potenzial der Geothermie hat auch der Organisator der IFAT Entsorga, die Messe München, erkannt: Die Hallen und Gebäude der Neuen Messe München werden ab Herbst 2011 durch die Geothermie-Anlage der Stadtwerke München in der Messestadt Riem im Osten des Messegeländes beheizt. Damit ist die Messe München die erste Messegesellschaft weltweit, die zur Wärmeerzeugung Erdwärme verwendet. Quelle: Messe München International (MMI)
Ähnliche Artikel:
Artikel vom: 16.08.2011 10:27
| Zurück |
|



