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Auf dem International Recovery Congress am 12. und 13. September in Warschau trafen sich rund 300 Experten aus 18 Ländern zum fachlichen Austausch.

Klärschlammverwertung
Foto: VKU
Die thematische Klammer des Plenums wie der sechs Sektionen bildete die Rückgewinnung von Rohstoffen und Energie. Doch sind stoffliche Verwertung und thermische Nutzung Verfahren, die sich ergänzen oder die sich ausschließen?

Im Plenum vertrat Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen, die These, dass Ressourcen- und Energiewirtschaft zusammen wachsen. Als Beispiel führte er Klärschlammverwertung und Metallrecycling an. Und auch für den Initiator der Tagung, Karl J. Thomé-Kozmiensky, stellen Recycling und Abfallverbrennung keine Gegensätze dar. So seien diese beispielsweise in Zementwerken eine Kombination von energetischer und stofflicher Verwertung. Der momentane Kleinkrieg zwischen kommunalen und privaten Entsorgern, der sich zu einem nicht geringen Teil um die Frage stoffliche oder thermische Verwertung dreht, spricht allerdings eine andere Sprache. Und auch auf der Warschauer Konferenz wurden am zweiten Tag die Bereiche Abfallverbrennung und Recycling thematisch in separaten Blöcken behandelt.

Wie steht es nun mit der „Verbindung“ beider Verwertungsarten? Sie lässt sich anhand der Vorträge in der Sektion „Behandlung von Klärschlamm“ überprüfen.

Landwirtschaftliche Nutzung verboten
Klärschlamm enthält Schwermetalle wie Quecksilber, Kadmium und Blei, darüber hinaus Halogenverbindungen, Medikamentenrückstände und Hormone. Doch er besteht zu 50 bis 70 Prozent aus Kohlenstoff und unter anderem aus ein bis 1,5 Prozent Phosphor und bis zu zwei Prozent Schwefel; andere Quellen sprechen von einem mittleren Phosphor-Anteil in Trockensubstanz von circa 2,4 Prozent. Nach Darstellung von Hans-Peter Fahrni, dem langjährigen Chef der Abteilung Abfall und Rohstoffe im Schweizer Umweltministerium, wurde in der Schweiz seit Beginn der modernen Abwasserreinigung Klärschlamm als landwirtschaftlicher Dünger eingesetzt: 1975 waren es rund 70 Prozent. Doch traten im Laufe der Zeit verschiedene Probleme durch pathogene Keime auf, die zunächst durch „Vorpasteurisierung“ gelöst werden konnten. Auch die Schwermetall-Belastungen konnten reduziert werden, blieben aber problematisch. Den Ausschlag gab jedoch die Angst vor dem Rinderwahnsinn: Sie führte angesichts anderer Belastungen des Klärschlamms durch persistente organische Verbindungen im Jahr 2003 zu einem Verbot seiner landwirtschaftlichen Nutzung in der Schweiz ...

EU-Recycling 11/2011
Lesen Sie mehr in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe 11/2011, Seite 10-13.

Quelle: EU-Recycling / vivis

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