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Hannover -- Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erstellt seit 1980 in jährlicher Folge den Rohstoffsituationsbericht für Deutschland. Diese traditionelle und erfolgreiche Publikation wird nun von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der BGR unter der Serie "DERA Rohstoffinformationen" fortgeführt und weiterentwickelt. Jetzt liegt der Bericht für das Jahr 2010 vor. Er enthält Zahlen und Fakten, die die Rohstoffproduktion, den Außenhandel, die Preisentwicklung und die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen und Energierohstoffen widerspiegeln.

Titelblatt Rohstoffbericht
Quelle: DERA
Deutschland hat 2010 184,8 Mio. t Braunkohle, Steinkohle und Erdöl, 13,7 Mio. m3 Erdgas/Erdölgas sowie ca. 573,5 Mio. t mineralische Rohstoffe zuzüglich 7,8 Mio. m3 Torf produziert. Das entspricht einem Wert von 17,7 Mrd. Euro. Dem gegenüber stehen importierte Rohstoffe im Gesamtwert von etwa 109,3 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten alle Rohstoffgruppen einen Anstieg. Insbesondere wurden wieder deutlich mehr Metallrohstoffe eingeführt (+66,8 Prozent). Die Ausgaben für Industrieminerale stiegen um 33,3 Prozent, das Ausgabenplus für Energierohstoffe fiel mit 15,1 Prozent hingegen etwas geringer aus.

Wie in den Jahren zuvor entfiel der größte Teil der Importausgaben auf Energierohstoffe, gefolgt von Nicht-Eisen (NE)-Metallen, Edelmetallen und Metallen der Eisen- und Stahlindustrie. Das Schlusslicht mit einem Anteil von 1,9 Prozent am Gesamteinfuhrwert bilden die Nichtmetalle. "Die Importe haben sich damit nach dem massiven Einbruch im Jahr 2009 wieder auf das Niveau der Jahre 2006/2007 eingependelt", so die Autoren des Rohstoffsituationsberichts.

Einen wichtigen Anteil bei der Versorgung mit Rohstoffen nimmt inzwischen das Recycling ein. In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammen 43 Prozent des Kupfers, 60 Prozent des Aluminiums, 69 Prozent des Bleis und 44 Prozent des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen. Damit liegt Deutschland deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Die deutsche Importabhängigkeit für Metallerze und -konzentrate (Primärrohstoffe) liegt bei 100 Prozent. Durch das Recycling von Metallrohstoffen und den Zukauf von Schrott und Abfällen, überwiegend aus EU-Staaten, wird die Importabhängigkeit deutlich reduziert.

Zu den zukünftigen Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft sagt Dr. Hildegard Wilken, stellvertretende Leiterin der DERA und Mitautorin der Studie: "Die deutsche Wirtschaft ist seit 2004 mit einer geänderten Rohstoffsituation konfrontiert. Vor allem infolge des rasanten Wirtschaftswachstums der Schwellenländer, allen voran China, steigt die Rohstoffnachfrage kontinuierlich – wenn man einmal von einem kurzen Einbruch 2009 aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise absieht. Diese Situation hat kurz- und mittelfristig Auswirkungen für deutsche und europäische Unternehmen beim Zugang zu Rohstoffen. In der deutschen rohstoffverarbeitenden Industrie setzt sich daher zunehmend die Erkenntnis durch, dass insbesondere für die Einführung innovativer Technologien die Lieferketten bis in den primären Rohstoffsektor besser abgesichert werden müssen."

Die DERA Rohstoffinformationen 7 (2011) "Deutschland - Rohstoffsituation 2010" (PDF, 17 Mb) kann unter bgr.bund.de heruntergeladen werden.

Quelle: Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

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Artikel vom: 04.01.2012 10:12
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