Berlin/Goslar -– Ein neues Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus flexiblen Einsatzstoffen – von Biomassen bis hin zu chlorhaltigen Altkunststoffen – soll energieintensiven Industrien ermöglichen, den Einsatz fossiler Brennstoffe sowie die Energiekosten wesentlich zu verringern und die CO2-Bilanz nachhaltig zu verbessern. Die von Xella, einer Tochtergesellschaft der Goslarer Fels-Werke GmbH, neu entwickelte Technologie "Ecoloop" wurde in Berlin mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt prämiert.
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| Foto: Xella International GmbH |
Günstiger als fossile Brennstoffe
"Wir rechnen damit, dass Kunden die Energiekosten in Abhängigkeit von den Randbedingungen um bis zu 50 Prozent senken zu können und darüber hinaus ihre CO2-Bilanz wesentlich verbessern können", sagt Roland Möller, Miterfinder der Technologie und zugleich Mitglied der Geschäftsführung von Ecoloop. Gleichzeitig wird durch Ecoloop die Abhängigkeit von der Volatilität der Energiepreise reduziert.
Emissionsfrei gewonnen
Mit "Ecoloop" ist es nach Meinung seiner Entwickler gelungen, eine neue hocheffiziente und emissionsfreie Vergasungstechnik im Industriemaßstab zu schaffen. Kernpunkt ist die Erzeugung eines reinen Gases durch Synthese bzw. thermische Spaltung in einem geschlossenen Schüttgutkreislauf unter Zugabe von Kalk. Der Clou: Das Gas soll sowohl aus Biomassen als auch aus schwer handhabbaren Kohlenstoffträgern wie z.B. chlorhaltigen Kunststoffabfällen gewonnen werden können – ganz ohne die Entstehung giftiger organischer Schadstoffe wie Dioxine und Furane und ohne Rauchgase, die eine aufwändige Reinigung erfordern würden.
Das Ecoloop-Gas-Gemisch besteht aus Methan, Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Es soll sowohl als vollwertiger Ersatz für fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas in industriellen Prozessen dienen wie auch als Produktionsrohstoff, zum Beispiel für die Herstellung von Treib- und Kunststoffen.
Rentable Investition
Die erste großtechnische 32 MW-Pilotanlage wird zurzeit im Kalkwerk
Kaltes Tal der Fels-Werke im Oberharz in Betrieb genommen. Dort soll die Produktion im Laufe dieses Jahres beginnen und das gewonnene Synthesegas als Regelbrennstoff für die Kalkproduktion genutzt werden. Die bisherigen Brennstoffe werden dann durch das kostengünstig produzierte Ecoloop-Gas ersetzt. Xella denkt bereits weiter: "Die Technologie lässt sich nahezu uneingeschränkt und weltweit auf andere industrielle Anwendungen übertragen. Sie ermöglicht eine standortunabhängige Energieversorgung und wird einen Beitrag zur Schonung unserer natürlichen Ressourcen leisten", erklärt Jan Buck-Emden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Xella Gruppe. Einen weiteren Vorteil sieht er darin, dass sich die Investition schon nach wenigen Jahren amortisieren und hoch rentabel sind.
Großes Marktpotenzial
Nach Experteneinschätzung ist das Marktpotenzial groß. Anfragen für konkrete Projekte liegen bereits aus verschiedenen großindustriellen Branchen sowie aus der internationalen Recycling-Szene vor. Zielmärkte zeichnen sich bei der Stahlerzeugung, im Automobilbau, in der Chemie und der Kunststoffherstellung ab, aber auch in Sektoren wie Papier, Glas, Salz, Zucker, und Zement sowie in der Recyclingindustrie.
Weitere detaillierte Informationen über die Ecoloop-Technologie können unter ecoloop.eu abgerufen werden. Quelle: Xella International GmbH
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Artikel vom: 18.01.2012 09:01
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