Berlin -- Mitte Oktober 2011 verklagte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Tetra Pak GmbH & Co. KG wegen irreführender Werbung verklagt. Anlass war die Formulierung „vollständiges Recycling“ in einer Anzeige des Unternehmens. Die Vorwürfe der DUH seien allerdings keineswegs neu, meint der Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN). Sie seien Teil einer Kampagne, die 2009 begann und das Ziel hat, das Recycling von Getränkekartons zu diskreditieren.
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| Grafik: FKN |
So habe die DUH behauptet, das 2008 insgesamt nur ca. 34 Prozent der Materialien von in Deutschland in Verkehr gebrachten Getränkekartons recycelt wurden. Dazu erwidert der FKN: "Das Umweltbundesamt (UBA) weist für das Jahr 2008 eine Verwertungsquote für Getränkekartons von 67,8 Prozent aus. Die Berechnung der Recyclingquoten ist in Europa für alle Materialbereiche einheitlich geregelt und stellt zu Recht auf Brutto-Mengen ab. Die Annahmen der DUH zu Fehlsortierungen, Produktresten etc. sind willkürlich und nicht belegt. Nach vorherrschender Auffassung von Experten ist die Ermittlung von Netto-Recyclingquoten unpraktikabel und nicht administrierbar."
Nur der Zellstoffanteil recycelt?
Weiter habe die DUH argumentiert, dass von den zum Recycling gelieferten Getränkekartons hauptsächlich der Zellstoffanteil recycelt wird. Der mittlerweile erhebliche Kunststoffanteil werde in der Regel energetisch verwertet (d.h. verbrannt) und der Aluminiumanteil als Bauxitersatz in der Zementindustrie mitverbrannt. Der FKN ist hingegen der Meinung, dass die Verwertung der PE-/Aluminiumreststoffe in der Zementindustrie nach der Verpackungsverordnung rechtlich zulässig sei und ökologisch die zweitbeste Verwertungsoption darstelle. Ein höherwertiges Recycling - so der FKN - ist derzeit für ca. 40 Prozent der anfallenden Menge verfügbar.
Der Hintergrund: Bei der Zement-Herstellung braucht man nicht nur Energie, sondern auch Bauxit oder Aluminiumoxid, um die Abbindeeigenschaften des Zements zu verbessern. Die PE-Aluminium-Folien aus der Getränkekarton-Aufbereitung sind daher sehr willkommen, zumal erheblich geringere Emissionen entstehen als z.B. beim Verbrennen von Steinkohle.
Ökologische Neubewertung überfällig?
Schließlich habe die DUH darauf bestanden, dass aufgrund des hohen Kunststoffanteils und der niedrigen Recyclingquote eine ökologische Neubewertung von angeblich umweltverträglichen Getränkekartons durch das Bundesumweltministerium überfällig sei. Dem entgegnet der FKN, dass das Umweltbundesamt im August 2011 einen Forschungsauftrag zur Prüfung und Aktualisierung der Ökobilanzen für Getränkeverpackungen vergeben habe. "Der FKN begrüßt dies ausdrücklich und ist davon überzeugt, dass sich die ökologische Vorteilhaftigkeit des Getränkekartons erneut bestätigen wird." Quelle: Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN)
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Artikel vom: 23.01.2012 10:21
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