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Berlin -- Der Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., Peter Kurth, hat Politik und Wirtschaft zur Einleitung einer Rohstoffwende in Deutschland und Europa aufgefordert. In einer Grundsatzrede über Industrieperspektiven für die Rohstoffwirtschaft auf der Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz sagte Kurth: "Genauso wie die Energiewende entscheidet der Erfolg eines grundsätzlich neuen Umgangs mit Rohstoffen über die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland."

BDE-Präsident Peter Kurth auf Berliner Tagung
Foto: ©Kroll/Recyclingportal
Ziel einer Rohstoffwende müsse, so Kurth, die Entkopplung des industriellen Wachstums vom bislang damit einhergehenden steigenden Rohstoffverbrauch sein. "Wenn es gelingt, in Deutschland 100 Prozent der werthaltigen Abfälle zu recyceln, können wir auf Primärrohstoffimporte in einem Wert von 90 Milliarden Euro jährlich verzichten. Durch die Einführung ressourcenschonender Verfahren könnten deutsche Unternehmen – quer durch alle Industrien – Kosten in Höhe von 100 Milliarden Euro pro Jahr einsparen."

Sekundärrohstoffe für 10 Milliarden Euro

Kurth betonte, dass der bisherige Anteil der deutschen Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft an der stabilen Versorgung der Wirtschaft mit hochwertigen Sekundärrohstoffen ausbaufähig sei. "Im Jahr 2010 stellte unsere Branche Sekundärrohstoffe im Gesamtwert von 10 Milliarden Euro zur Verfügung. Jede siebte in Deutschland verbrauchte Tonne Rohstoffe stammt bereits aus der Recyclingwirtschaft. Aller Voraussicht nach wird die Branche im Jahr 2015 Sekundärrohstoffe für 20 Milliarden Euro bereitstellen."

Kurth erneuerte das Bekenntnis des Verbandes zur Produktverantwortung. Diese habe sich grundsätzlich bewährt, müsse jedoch hinsichtlich des Vollzugs und der Kontrolle noch deutlich gestärkt werden. Der BDE könne sich, so Kurth, eine Ausweitung der Produktverantwortung über die bisherigen Stoffströme – Verkaufsverpackungen, Elektroaltgeräte und Altbatterien – hinaus vorstellen.

Zentrale Aufgabe der Wirtschaftspolitik

Der BDE-Präsident appellierte an die Bundesregierung, eine abgestimmte und ressortübergreifende Rohstoffpolitik zu betreiben. Kurth wörtlich: "Der Umgang mit Rohstoffen, auch und gerade mit Sekundärrohstoffen, ist längst nicht mehr allein eine Frage der Umweltpolitik. Neben Forschungs- und Außenpolitik wird die Ressourcenfrage zur zentralen Aufgabe der Wirtschaftspolitik.“

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.

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Artikel vom: 28.03.2012 10:54
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