Frankfurt/Main -- Bis zum Jahr 2030 werden nach einer Schätzung der Vereinten Nationen rund fünf Milliarden Menschen in Städten leben, mehr als zwei Milliarden mehr als heute. Die größten Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern wird es in den Schwellenländern geben, vor allem in Südamerika, Afrika und Asien. "Die Urbanisierung ist ein globaler Megatrend der nicht aufzuhalten ist. Die entscheidende Frage wird aber sein, ob die Städte der Zukunft Gemeinschaften mit hohem ökonomischen und ökologischen Potenzial oder Zentren von Elend sein werden", sagt Naemi Denz, Geschäftsführerin der Verbandes Abfall- und Recyclingtechnik im VDMA, des Forums Umwelttechnik und Leiterin der Abteilung Technik und Umwelt.
Anlagenbau ist Schlüsselindustrie
Deutsche Unternehmen des Maschinenbaus rechnen sich gute Chancen aus, mit ihren Technologien am Aufbau der kommenden Großstädte beteiligt zu sein. Die Aufgaben sind gewaltig. Gebäude müssen energieeffizient sein, die Abfallbeseitigung muss umweltschonend funktionieren. Die Verkehrsströme müssen fließen, und gleichzeitig muss die Luft sauber bleiben. Die Trinkwasser-Versorgung muss sicher sein, ebenso die Energieversorgung. Dabei müssen die knapper werdenden Ressourcen geschont werden. Die Waren müssen rechtzeitig dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Die Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus helfen heute schon, die rasch wachsenden Megacities vor dem Kollaps zu bewahren. Sie sind nach Denz` Ansicht die Schlüsselindustrie, wenn es um energieeffiziente und umweltschonende Technologien geht.
Ver- und Entsorgung bewerkstelligen
Hinsichtlich Versorgung und Entsorgung brauchen Megacities riesige Mengen an natürlichen Ressourcen. In vielen Städten in Schwellenländern gibt es davon nicht genug. Trinkwasser ist oft knapp oder aber verunreinigt. Abwässer gelangen ungeklärt in den Boden. Müll verrottet auf Deponien oder einfach am Straßenrand. Energie ist nicht sicher verfügbar. Deutsche Maschinenbauer haben Methoden und Technologien entwickelt, mit denen sie die Ver- und Entsorgung in den Großstädten ressourcen- und umweltschonend bewerkstelligen können. In modernen Abwasseranlagen wird beispielsweise Klärschlamm so behandelt, dass Biogas entsteht und wieder als Energiequelle eingesetzt werden kann. Dezentrale Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Technik liefern nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Abfall wird zur Rohstoffquelle. Durch Recyclingverfahren können wertvolle Materialien zurückgewonnen werden. Aus dem Restmüll wird durch Vergärung Biogas erzeugt.
Sei es im Verkehr, in der Gebäudetechnik, in der Lebensmittelversorgung, im Wasser- und Abwassermanagement, bei der Müllentsorgung: Überall muss moderne Technik eingesetzt werden, damit Abläufe effizient sind und Ressourcen geschont werden. Für deutsche Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus liegt hier eine riesige Chance. Allerdings kommunizieren viele Mittelständler ihre Erfolge noch zu selten in der Öffentlichkeit. Deshalb hat der VDMA, unter anderem die Kampagne "Blue Competence" gestartet. Hier können die Unternehmen des Verbands Mitglied werden: Sie können zeigen und öffentlich machen, dass sie umweltfreundliche und nachhaltige Produkte herstellen. Quelle: Verband Abfall- und Recyclingtechnik im VDMA
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Artikel vom: 11.04.2012 08:42
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