Bonn -- Im Zusammenhang mit der Kritik der Deutschen Umwelthilfe an Einkaufstüten aus sogenanntem Bioplastik erklärt Dr. Thomas Probst, Kunststoffexperte beim bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung: „Bioplastik sorgt für große Probleme beim Kunststoffrecycling. Die Biokunststoffe mindern aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung die Qualität der Recyclate."
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| Foto: Deutsche Umwelthilfe |
Darüber hinaus können beim Waschen die herkömmlichen Kunststoffe mit einem Film aus Biokunststoffen überzogen werden, der dann bei den weiteren thermischen Umsetzungsprozessen in die Kunststoffe einbrennt. Die Recyclate werden schwarz und können kaum noch verkauft werden.
Gelangen die Biokunststoffe in Kunststoffbauteile, die beim Recycling hergestellt werden, wie beispielsweise Rasengittersteine, Kunststoffpfähle und Kunststoffpaneele oder –bretter, so verändern sie deren Stabilität nachteilig. Wenn vermehrt Bioplastik in Umlauf gebracht wird, müssten diese daher ausgeschleust werden. Das aber würde zu erheblich erhöhten Anlagen- und Verfahrenskosten führen."
Probst abschließend: "Um es ganz klar zu sagen: Wir sperren uns nicht gegen Biokunststoffe, aber sind strikt gegen Etikettenschwindel. Für alle Kunststoffarten muss die gleiche Messlatte gelten: Das Recycling, nicht die Verbrennung, muss die erste Verwertungsoption sein." Quelle: bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Artikel vom: 12.04.2012 07:29
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