Berlin/Bonn, Dessau-Roßlau, Dresden -- Wirbelstürme, Starkregenereignisse oder Hochwasser stellen weltweit nicht nur für Hausbesitzer, sondern auch für die Industrie ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Durch den Klimawandel könnten sich diese natürlichen Gefahren sogar noch häufen. In technischen Anlagen kann das zum Beispiel zu Bränden und Explosionen führen, wobei gefährliche Stoffe austreten können. Für die Unternehmen ist es deshalb wichtig, über Strategien zu verfügen, die technische Unfälle durch natürliche Gefahren vermeiden oder deren Auswirkungen begrenzen können.
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| Quelle: OECD |
Wechselwirkungen betrachten
Natürliche Gefahren und technische Ursachen für Unfälle bei Industrieanlagen sind bislang als getrennte Ereignisse betrachtet worden. Daher gibt es wenige Erkenntnisse über ihre Wechselwirkungen. Gerade weil der Klimawandel die Intensität und Häufigkeit von natürlichen Gefahren erhöhen könnte, ist es wichtig zu erkennen, wie sich diese und die technischen Pannen als Ursachen von Unfällen gegenseitig beeinflussen. Ihr Zusammenspiel kann dazu führen, dass verschiedene Anlagenteile und Sicherheitssysteme gleichzeitig ausfallen. Außerdem verursachen Hochwasser oder Tornados auch Schäden in der Fläche. All dies haben im März 2011 Erdbeben und Tsunami in Japan vor Augen geführt, die nicht nur Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima, sondern auch Brände und Explosionen in zahlreichen Industrieanlagen ausgelöst haben. Folglich sind Industrieanlagen so zu konzipieren, dass sie den Ausfall einzelner Anlagenteile oder Sicherheitssysteme ohne Störfall verkraften können.
Maßnahmen und Leitprinzipien erarbeitet
Der OECD-Workshop „Management der Risiken von technischen Unfällen durch natürliche Gefahren“ untersucht die Auswirkungen natürlicher Gefahren und des Klimawandels. Der Workshop will Maßnahmen entwickeln, um natürlichen Gefahren vorzubeugen, die durch den Klimawandel verstärkt werden. Er bereitet mögliche Lösungen vor, um die Schäden eines solchen Unfalls zu beschränken. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen diskutieren Empfehlungen an die Betreiber von Industrieanlagen, mit denen sie sich vor den Gefahren schützen bzw. auf diese vorbereiten können. Der OECD-Workshop berücksichtigt jede ortsfeste Anlage, in der gefährliche Substanzen hergestellt, verarbeitet, verwendet, gehandhabt, gelagert, transportiert oder entsorgt werden und die ein Potenzial für Gefahrstofffreisetzungen, Brände, Explosionen etc. aufweist. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Bericht der Arbeitsgruppe „Chemieunfälle“ der OECD veröffentlicht und in die bestehenden „OECD Leitprinzipien für die Verhinderung, Bereitschaft für den Fall und Bekämpfung von Chemieunfällen“ eingearbeitet werden. Die OECD empfiehlt allen Mitgliedsstaaten und der Industrie, diese Leitprinzipien anzuwenden.
Weitere Informationen über die Konferenz sind unter ssl-id.de erhältlich. Quelle: Umweltbundesamt
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Artikel vom: 25.05.2012 08:03
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