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Leipzig /Berlin -- Ein Handy-Pfand von bis zu 100 Euro hat der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Martin Faulstich, befürwortet. Gegenüber MDR INFO unterstrich er, dass durch ein Pfand zwischen 30 und 100 Euro die Rücklaufquoten für Mobiltelefone deutlich erhöht werden könnten. Angesichts von etablierten Pfandsysteme für Getränkeflaschen oder Auto-Starterbatterien ist Faulstich der Überzeugung: "Das könnte bei Mobiltelefonen, Laptops, Computern genauso funktionieren."

Sammlung gebrauchter Handys auf der IFAT Entsorga 2012
Foto: ©Kroll/Recyclingportal
In seinem Gutachten hatte der Sachverständigenrat bereits Anfang Juni 2012 darauf hingewiesen, dass Pfandsysteme für Elektrogeräte, vor allem High-Tech-Geräte wie Mobiltelefone und Computer, ein effektives Instrument für eine qualitativ hochwertige Sammlung sein könnten. In den letzten zehn Jahren ist die Nutzung dieser beiden Güter rasant angestiegen. In Deutschland besitzen statistisch gesehen 100 Haushalte 57,8 Laptops und 160,9 Mobiltelefone.

Vorbild kann die seit 1998 bestehende Pfandpflicht für Autobatterien sein. Das Modell hat sich nach Ansicht des Sachverständigenrates als Erfolg erwiesen: Aktuell werden nahezu 100 Prozent Verwertung erreicht. Ein Pfand auf Mobiltelefone oder Computer könnte sehr ähnlich aussehen: Beim Kauf eines Mobiltelefons wird ein Pfand erhoben, der bei Rückgabe des Geräts erstattet wird. Verantwortlich für die Abwicklung des Pfandsystems würden Mobilfunkanbieter, Computerfachgeschäfte bzw. Elektrogeschäfte. Statt Zahlung des Pfandes beim Neukauf kann auch ein altes Mobiltelefon abgegeben werden.

Alternativ könnten Verbraucher auch mit positiven Anreizen zu einer längeren Nutzung ihrer Elektrogüter oder zum Leasing bewegt werden.

Quelle: MDR Info / Sachverständigenrat für Umweltfragen

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Artikel vom: 18.06.2012 07:14
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