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Frankreich setzt in seiner Abfallwirtschaft auf Neuerung: Für die Instandhaltung und Modernisierung der Entsorgungsinfrastruktur im Land sollen bis 2015 über sieben Milliarden Euro investiert werden. Der Markt erholt sich und bietet attraktive Einstiegschancen.

Eifelturm Frankreich
Foto: © Marco Bonan - Fotolia.com
Im Krisenjahr 2009 musste die bis dahin boomende französische Abfallwirtschaft einen massiven Umsatzeinbruch von 20 Prozent und mehr verkraften. Insgesamt setzte die Branche damals neun Milliarden Euro um. Der Absatz von Wertstoffen sank um 8,5 Prozent auf schätzungsweise 34 Millionen Tonnen. Auch wenn noch keine einzelnen Zahlen vorliegen, so zeichnet sich mittlerweile wieder ein deutlicher Aufschwung in den jeweiligen Segmenten ab.

875 Millionen Tonnen Abfälle produzierte Frankreich 2009. Die größten Abfallerzeuger waren die Land- und Forstwirtschaft mit 43 Prozent sowie das Baugewerbe mit 41 Prozent. Es folgte die Industrie mit elf Prozent (davon ein Prozent gefährlicher Abfall), private Haushalte mit 3,5 Prozent und Gemeinden mit 1,5 Prozent. Die öffentliche Entsorgungsinfrastruktur des Landes umfasst dabei 137 Verbrennungsanlagen, sechs industrielle Biogasanlagen, 800 Kompostierungsanlagen, 303 Deponien für ungefährliche Abfälle und über 300 Sortieranlagen für Haushaltsmüll. Nach den neuesten Angaben von Eurostat wurden von den 34,5 Millionen Tonnen registrierter Siedlungsabfälle rund ein Drittel deponiert, ein Drittel verbrannt, circa sechs Millionen Tonnen recycelt und etwas über fünf Millionen Tonnen kompostiert. Hinzu kam ein verwertetes Aufkommen an Industrieabfällen in Höhe von 90 Millionen Tonnen.

Drei konkrete Ziele bis 2020
Alles in allem zu viele Abfälle, die nicht in den Wertstoffkreislauf gelangen. Doch die französische Regierung hat Besserung gelobt: Bis 2012 will sie das Abfallaufkommen im Land erheblich reduziert wissen. Mehr verwertbare Abfälle sollen nach den Vorgaben des Umweltministeriums recycelt und eine höhere Verwertungsquote von Bioabfällen erreicht werden. Hausmüll gilt es effizienter zu behandeln und die Abfälle aus der Bauwirtschaft optimaler zu bewältigen. Geplant ist außerdem die Schließung von mehreren Anlagen bis 2015, wodurch entweder Erweiterungen bestehender oder der Bau neuer Anlagen erforderlich werden.

Drei konkrete Ziele wurden diesbezüglich formuliert: Erstens, die Produktion von Hausmüll pro Einwohner soll in den nächsten fünf Jahren um sieben Prozent reduziert werden. Zweitens, die stoffliche und biologische Verwertungsquote von Siedlungsabfällen muss bis 2012 auf 35 Prozent und bis 2015 auf 45 Prozent ansteigen, während bei Industrieabfällen und Haushaltsverpackungen ein Satz von 75 Prozent bis 2012 vorgegeben wird. Und drittens gilt es, das für die Verbrennung oder Deponierung vorgesehene Abfallaufkommen um 15 Prozent zu senken. Frankreich will damit die Vorgaben der EU-Direktive mit einer Verwertungsquote von 50 Prozent des Hausmülls und 70 Prozent der Bauabfälle bis 2020 erreichen ...

EU-Recycling 04/2011

Lesen Sie mehr in der aktuellen EU-Recycling Ausgabe 04/2011, Seite 32-33.

Quelle: EU-Recycling / GTAI

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Artikel vom: 06.04.2011 14:33
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