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Welche Wertstoffanteile sind in einer Deponie enthalten und wo sind diese zu finden? Darüber informierte die Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz mit einem eigenen Schwerpunkt.

Deponiekörper aus außergewöhnlicher Perspektive: Hausmülldeponie, Wilde Karde, dahinter Wertstoffzentrum
Foto: Jochen Zellner, Lk Neustadt/Aisch-Bad Windsheim / abfallbild.de
Von 1998 bis 2009 nahm die Zahl der Deponien in Deutschland von 2.341 auf 1.553 ab; im gleichen Zeitraum sank die hiesige Ablagerungsmenge von 63,5 auf 35,4 Millionen Tonnen. Daraus auf eine sinkende Bedeutung der Deponierung zu schließen, wäre falsch. Im Gegenteil: Deponien werden auch zukünftig wichtige Funktionen übernehmen. Sie können für Abschluss und bei Stilllegung mit mineralischen Sekundärrohstoffen aus Haus- und Straßenbau verfüllt werden. Sie dienen als notwendige Schadstoffsenke. Und sie halten ein potenzielles Rohstofflager vor, wie immer es beschaffen und wie immer es zu nutzen sein mag. Insbesondere auf den letzten Punkt konzentrierten sich die Vorträge zum Thema „Deponien“ auf der Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz, die am 26. und 27. März 2012 stattfand.

Die Mischungen variieren
„Wir müssen näher dran!“ hatte der wissenschaftliche Tagungsleiter Karl J. Thomé-Kozmiensky in seinem Einleitungsvortrag gefordert. Thomas Pretz von der RWTH Aachen nahm diese Anregung auf und erläuterte in seinen Ausführungen über die „Sortierung von abgelagerten Abfällen“, mit welchen Stoffgruppen und welcher Güte auf Deponien zu rechnen ist. Auf einer in den 1980er Jahren betriebenen und jetzt untersuchten Siedlungsabfalldeponie in Nordrhein-Westfalen verteilte sich das Stoffgemisch beispielsweise folgendermaßen: Die Abfallmenge an Hausmüll machte 339, an Sperrmüll 34 und an hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen 239 Kilogramm pro Einwohner und Jahr aus. Bauschutt, Bodenaushub und Baustellenabfall summierten sich zu 355 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, während Abfälle aus der Abwasserreinigung mit 49 und Grünabfälle mit 31 Kilogramm pro Einwohner und Jahr zu Buche schlugen.

In den neunziger Jahren betrug der Anteil an organischen Substanzen im Haus- und Gewerbeabfall – in den Stoffgruppen Organik, Papier/Pappe und Feinmüll – zwischen 20 und 70 Prozent. Je nach Lagerzeit auf der Deponie dürften sich bis zu 60 Prozent der organischen Bestandteile in Mineralien verwandelt und als Feinmüll abgelagert haben. Thomas Pretz rechnet daher mit einer Mischung von Ablagerungsabfall, die aus Massenanteilen an häuslichen wie gewerblichen Abfällen von 35 Prozent, an inerten mineralischen Abfällen von 22 Prozent und an organikhaltigen Reststoffen von acht Prozent besteht. Unter den verwertbaren Stoffgruppen liegen Mineralien mit etwa 20 Prozent an der Spitze, gefolgt von den heizwertreichen Gruppen Papier/Pappe, Kunststoffe, Holz und Sortierreste mit insgesamt etwa 30 Prozent. Zahlen, die hinsichtlich der organischen Bestandteile je nach Abbaugrad und hinsichtlich Körnungsgröße je nach Verdichtungs- und Mineralisierungsgrad variieren können ...


Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 05/2012, Seite 24-26.

Quelle: EU-Recycling / TK Verlag

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